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Du herrschst über eine der sieben großen Städte der Antike. Dein Ziel ist bleibender Ruhm für deine Zivilisation. Du baust deine Stadt aus, förderst die Wissenschaft und errichtest ein gewaltiges Weltwunder.
Das 7 Wonders Brettspiel wirft euch in die Rolle ambitionierter Anführer. Ihr behaltet dabei stets den Fortschritt eurer Nachbarn im Blick. Eure Reiche konkurrieren erbittert um Ressourcen, Militärmacht und wissenschaftliche Dominanz.
Downtime existiert hier nicht. Alle spielen gleichzeitig und treffen ihre taktischen Entscheidungen im selben Moment. Eine Partie dauert selbst in voller Besetzung mit sieben Leuten knackige dreißig Minuten.
Im Kern hat Autor Antoine Bauza hier ein flüssiges Drafting-Spiel erschaffen. Ihr sucht euch permanent die besten Karten aus und gebt den Rest an eure Mitspieler weiter. Das Konzept brachte dem Titel 2011 völlig zu Recht die Auszeichnung zum Kennerspiel des Jahres ein.
Wir besprechen hier die überarbeitete Neuauflage des Klassikers. Die Optik hat einen ordentlichen Feinschliff bekommen und glänzt mit frischen Illustrationen. Besonders positiv fällt die integrierte Unterstützung für farbenblinde Menschen auf.
Jede Kartenfarbe hat nun ein eigenes Symbol. Das macht das Lesen der Auslage sehr angenehm. Die Schachtel besitzt endlich ein Standardformat und fügt sich perfekt ins heimische Regal ein.
Du suchst die wichtigsten Regeln auf einen Blick? Hier ist die schnelle Kurzfassung. Das vollständige Regelwerk findest du direkt im verlinkten PDF.
Ihr spielt über drei Runden, die sogenannten Zeitalter. Am Ende des dritten Zeitalters zählt ihr alle gesammelten Siegpunkte zusammen. Eure Punkte generiert ihr durch zivile Gebäude, euer Weltwunder, militärische Übermacht und Münzen.
Wer die meisten Siegpunkte anhäuft, gewinnt die Partie. Bei einem Gleichstand entscheidet das größere Vermögen über den Sieg.
Jeder schnappt sich zufällig ein Weltwunder-Tableau und legt es vor sich ab. Für erste Partien empfehlen wir klar die Tagseite der Tableaus. Ihr startet alle mit drei Münzen als Grundkapital.
Die 7 Wonders Anleitung gibt vor, dass ihr die Karten nach den drei Zeitaltern sortiert. Abhängig von der Spielerzahl sortiert ihr ungenutzte Karten aus. Dann teilt ihr für das erste Zeitalter an jeden sieben verdeckte Karten aus.
Ein Zeitalter besteht aus exakt sechs Spielzügen. Ihr führt eure Aktionen strikt gleichzeitig aus. Ein Zug läuft immer in dieser festen Reihenfolge ab:
Für viele Gebäude müsst ihr Kosten in Form von Ressourcen aufbringen. Eure Stadt produziert jede Runde bestimmte Rohstoffe. Wenn etwas fehlt, kauft ihr es bei euren direkten Nachbarn ein.
Für jede gekaufte Ressource drückt ihr dem Nachbarn zwei Münzen in die Hand. Der Besitzer darf seine Ressource in diesem Zug trotzdem noch selbst nutzen. Das System belohnt einen klugen wirtschaftlichen Aufbau.
Am Ende jedes Zeitalters knallt es an den Grenzen. Ihr vergleicht eure gesammelte Militärstärke mit euren beiden direkten Nachbarn. Wer schwächer ist, kassiert einen Niederlagemarker.
Wer stärker ist, belohnt sich mit einem Siegmarker. Die Punkte für diese Siege steigen mit jedem fortschreitenden Zeitalter an. Nach dem dritten Zeitalter rechnet ihr alle Kategorien auf dem Wertungsblock ab.
Das Spielgefühl ist grandios und belohnt eine vorausschauende Taktik. Ihr müsst permanent abwägen, ob ihr eine eigene Engine aufbaut oder dem Nachbarn eine wichtige Karte wegnehmt. Dieses Blockieren bringt eine wunderbare Würze in die Partie.
Besonders stark ist die Verzahnung der Aktionen. Sammelt ihr im ersten Zeitalter falsche Rohstoffe, steht ihr später vor Problemen. Das Spiel bestraft Fehler spürbar, spielt sich dabei aber unfassbar flüssig.
Die Tischpräsenz der überarbeiteten Edition ist ein echter Hingucker. Die größeren Karten und die detaillierten Illustrationen ziehen euch sofort in die Antike. Auch die Unterstützung für farbenblinde Spieler ist vorbildlich gelöst.
Ein paar kleine Schwächen gibt es bei den Komponenten. Die Karten fühlen sich etwas dünn an und verlangen nach Schutzhüllen. Zudem ist der Sortiereinsatz in der Box unbrauchbar, da das Material beim Transport verrutscht.
Ihr sucht einen kräftigen Taktikhappen für große Runden? Dann seid ihr hier goldrichtig. 7 Wonders bringt bis zu sieben Personen an den Tisch, ohne dass sich die Spielzeit in die Länge zieht.
Wer auf tiefgreifende Diplomatie oder stundenlange Planungsphasen hofft, wird hier nicht glücklich. Es ist ein schnelles, interaktives Taktikfest. Die 7 Wonders Spielregeln sind schnell verinnerlicht, was es zu einem perfekten Absacker für Kenner macht.
In der alten Ausgabe gab es eine Variante für zwei Personen. Diese wurde in der Neuauflage völlig zu Recht gestrichen. Wenn ihr nur zu zweit seid, greift zum fantastischen Ableger 7 Wonders Duel.
Das Kartenspiel Duel ist exakt auf zwei Köpfe zugeschnitten und bietet eine viel intensivere Konfrontation. Für Runden ab drei Personen bleibt das Original aber ungeschlagen.
Insgesamt wird das Spiel von Taktikern völlig zurecht geliebt und empfohlen. Es ist ein moderner Klassiker für jede Sammlung. Die Kombination aus minimaler Wartezeit und ständigen Dilemmata im Kopf ist schlichtweg brillant.
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