Terraforming Mars (deutsche Ausgabe)
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Terraforming Mars: Der Aufbau-Hit im großen Check

1 –
5 Spieler
12+ Jahre
120+ Minuten
85,00 EUR

inkl. MwSt. zzgl. Versand

Terraforming Mars: Worum geht es im großen Aufbau-Epos?

Thema und Atmosphäre

Wir schreiben das 24. Jahrhundert, und die Menschheit hat begonnen, sich im Sonnensystem auszubreiten. Der Mars ist fürchterlich kalt, trocken und ohne Atmosphäre, doch genau hier setzen wir mit unseren Konzernen an.

In Terraforming Mars schlüpfen wir gemeinsam in die Rolle riesiger Konzerne, die im Auftrag der Weltregierung den roten Planeten bewohnbar machen sollen. Es geht um Temperatur, Sauerstoff und Ozeane, und damit um eine Aufgabe, die thematisch ungewöhnlich dicht für ein Brettspiel ist.

Die Atmosphäre am Tisch ist ruhig, fast schon konzentriert. Man spürt, wie sich der Planet über die Generationen langsam wandelt, während aus einer kargen Wüste nach und nach Wälder, Städte und Meere werden.

Eckdaten und Ausgabe

Hinter dem Titel steht Designer Jacob Fryxelius, im deutschsprachigen Raum erscheint das Grundspiel beim Schwerkraft-Verlag. Wir sprechen hier ausdrücklich vom Grundspiel von 2016, das die Basis für sämtliche Erweiterungen bildet.

Gespielt wird mit einer bis fünf Personen, die Schachtelangabe nennt zwei Stunden Spieldauer und ein Mindestalter von 12 Jahren. In der Praxis solltet ihr für eure ersten Partien deutlich mehr Zeit einplanen, dazu sage ich später im Test noch etwas.

Für wen ist das Terraforming Mars Brettspiel gemacht?

Dieses Werk ist ein klassisches Kennerspiel mit deutlicher Tendenz zum Experten-Bereich. Wer schon ein paar Familienspiele rauf und runter gespielt hat und sich nach mehr Tiefe sehnt, findet hier den nächsten, sehr belohnenden Schritt.

Besonders spannend ist, dass auch ein vollwertiger Solo-Modus enthalten ist. So lässt sich das Spiel auch dann erleben, wenn gerade keine Mitspielenden am Tisch sitzen, was den Wiederspielwert spürbar erhöht.

Was sticht heraus?

Der wahre Star ist der Kartenstapel mit über 200 unterschiedlichen Projekten. Vom Asteroideneinschlag über Bakterienkulturen bis zur Großstadt entsteht so in jeder Partie eine andere Geschichte, wie wir unseren Mars formen.

Dazu kommt das, was Fans gern als Engine Builder bezeichnen, also ein Spiel, in dem unsere Karten und Produktionswerte immer besser ineinandergreifen, je länger die Partie dauert. Genau dieses Wachstum macht den langen Atem dieses Titels aus.

So spielt ihr Terraforming Mars: Die Regeln im Überblick

Du suchst die wichtigsten Regeln auf einen Blick? Hier ist die schnelle Kurzfassung. Das vollständige Regelwerk findest du direkt im verlinkten PDF.

Das Spielziel

Unser gemeinsames Fernziel ist klar: Wir machen den Mars bewohnbar. Konkret heben wir dafür drei globale Parameter an, nämlich Temperatur, Sauerstoff und Ozeane.

Sobald alle drei Werte ihre Zielmarke erreicht haben, endet das Spiel nach der laufenden Generation. Gewonnen hat dann der Konzern mit den meisten Siegpunkten, nicht der mit dem höchsten Beitrag zur Umwandlung allein.

Aufbau und Material

Jede Spielerin und jeder Spieler übernimmt einen Konzern mit eigenem Tableau, auf dem die Produktion und die Vorräte verwaltet werden. Im Spiel kursieren sechs Ressourcen, die ihr im Blick behalten solltet.

  • MegaCredits: die Hauptwährung für Karten und Projekte
  • Stahl: vergünstigt Karten mit Bau-Symbol
  • Titan: vergünstigt Karten mit Weltraum-Symbol
  • Pflanzen: lassen sich in Grünflächen umwandeln
  • Energie: wird in der Produktion zu Wärme
  • Wärme: kann die globale Temperatur anheben

Zentral ist außerdem der Terraformwert. Er bestimmt am Ende eure Grundpunktzahl und legt zugleich euer Einkommen in MegaCredits fest.

Ablauf einer Generation

Eine Runde heißt hier Generation und gliedert sich in vier feste Phasen. Diese Reihenfolge ist verbindlich, damit alle gleichzeitig planen und reagieren können.

  1. Startspielerphase: Die Spielreihenfolge rückt einen Platz im Uhrzeigersinn weiter.
  2. Forschungsphase: Jeder zieht vier Projektkarten und darf jede davon für je drei MegaCredits behalten oder ablegen.
  3. Aktionsphase: Reihum führt ihr eine oder zwei Aktionen aus, bis alle nacheinander gepasst haben.
  4. Produktionsphase: Ihr erhaltet eure Ressourcen entsprechend Terraformwert und Produktionsleisten.

In der Aktionsphase liegt das Herz des Spiels. Hier entscheidet sich, wie schnell euer Konzern wächst und wie stark ihr den Planeten formt.

Die Aktionen im Detail

Pro Zug stehen euch eine oder zwei Aktionen zur Verfügung. Ihr dürft eine Aktion auch weglassen und dafür eine zweite ausführen, das Spiel bleibt dadurch angenehm flexibel.

  • Karte ausspielen: Voraussetzungen prüfen, Kosten zahlen, Effekt ausführen.
  • Karten-Aktion nutzen: Auf bereits ausliegenden blauen Karten einmal pro Generation aktivierbar.
  • Standardprojekt nutzen: Fester Pool aus Aktionen, etwa Asteroid, Wasserlieferung, Stadt oder Pflanzen.
  • Meilenstein beanspruchen: Gegen MegaCredits sichert ihr euch dauerhafte Bonuspunkte.
  • Auszeichnung finanzieren: Ihr legt eine Wertungskategorie fest, in der am Ende belohnt wird.
  • Pflanzen in Grünfläche wandeln: Acht Pflanzen werden zu einem Grünflächenplättchen und erhöhen den Sauerstoff.
  • Wärme in Temperatur wandeln: Acht Wärme heben die globale Temperatur um einen Schritt.

Plättchen werden auf der Marskarte platziert und bringen Boni, wenn sie neben Ozeanen liegen oder bestimmte Felder besetzen. Hier entsteht ein leichter, aber spürbarer Kampf um die besten Positionen.

Karten, Voraussetzungen und Symbole

Die Projektkarten gibt es in drei Farben mit klar unterschiedlichen Rollen. Achtet beim ersten Spiel besonders auf die Symbole, denn sie steuern Synergien und Rabatte.

  • Grüne Karten: Einmaleffekt beim Ausspielen, bleiben aber für Synergien ausliegend.
  • Rote Karten: Ereignisse, die nach dem Effekt umgedreht werden und meist keine Folgewirkung mehr haben.
  • Blaue Karten: Dauerhafte Effekte und wiederholbare Aktionen, das Rückgrat vieler Engines.

Manche Karten verlangen einen bestimmten Stand bei Temperatur, Sauerstoff oder Ozeanen, bevor ihr sie spielen dürft. Andere brauchen eine Mindestanzahl bestimmter Symbole, etwa Bau-, Wissenschafts- oder Weltraum-Tags.

Spielende und Wertung

Das Ende wird ausgelöst, sobald Temperatur, Sauerstoff und Ozeane ihre Zielwerte erreicht haben. Die laufende Generation wird noch komplett zu Ende gespielt, danach kommt es zur Schlusswertung.

In die Endwertung fließen euer Terraformwert, Meilensteine und Auszeichnungen, Siegpunkte auf Karten sowie die Punkte aus euren Stadt- und Grünflächenplättchen ein. Wer in Summe vorne liegt, ist der erfolgreichste Konzern auf dem neuen Mars.

Terraforming Mars im Test: Unser ehrliches Fazit

Spielgefühl und Mechanik

Terraforming Mars fühlt sich an wie ein langsam wachsender Organismus. In den ersten Generationen wirken unsere Konzerne klein und etwas zäh, doch mit jedem ausgespielten Projekt wird die eigene Engine spürbar dichter.

Das ist genau der Reiz: Wir bauen uns eine Maschinerie aus Karten, Produktionsleisten und Plättchen, die irgendwann fast wie von selbst läuft. Wenn dann auf einmal Pflanzen, Wärme und MegaCredits in jeder Runde nur so sprudeln, entsteht dieses tief belohnende Engine-Gefühl, das viele am Spiel so lieben.

Die Interaktion ist eher leise. Über Plättchen, knappe Meilensteine und gelegentliche Eingriffskarten beobachten wir uns gegenseitig, ohne uns ständig direkt anzugreifen.

Realitätsabgleich der Eckdaten

Auf der Schachtel stehen zwei Stunden Spielzeit und ein Alter ab 12 Jahren. In der Praxis dauert eine Erstpartie zu viert eher drei Stunden oder mehr, weil das Lesen der vielen Karten und das Planen der Züge anfangs Zeit kostet.

Die Komplexität liegt deutlich im oberen Mittelfeld und kratzt schon am Expertenbereich. Wir empfehlen das Spiel daher eher ab 14 Jahren oder für jüngere Spielende mit klarer Brettspielerfahrung, und mit einer geduldigen Person, die das erste Mal erklärt.

Auch der Solo-Modus ist mehr als ein Anhängsel. Ihr habt eine feste Anzahl Generationen, in denen ihr den Mars im Alleingang umwandeln müsst, was als eigenes kleines Puzzle wunderbar funktioniert.

Stimmung in der Community

Insgesamt wird das Terraforming Mars Spiel überdurchschnittlich gut aufgenommen und gilt vielen als Klassiker des modernen Kennerspiels. Gelobt werden vor allem die enorme Kartenvielfalt, der starke Wiederspielwert und das dichte Thema.

Kritisch genannt werden zwei Punkte immer wieder. Zum einen das Material, etwa die etwas dünnen Tableaus, auf denen Marker leicht verrutschen können. Zum anderen die Spielzeit, die in vollen Runden ordentlich Sitzfleisch verlangt.

Für wen lohnt sich der Kauf?

Wenn ihr gerne plant, Karten kombiniert und langfristig denkt, ist dieser Titel ein echtes Highlight für euer Regal. Besonders Fans von Engine Buildern und thematisch starken Aufbauspielen finden hier ein Werk, das auch nach vielen Partien noch Neues zeigt.

Weniger geeignet ist Terraforming Mars für reine Familienrunden mit jüngeren Kindern oder für Abende, an denen es schnell und leicht zugehen soll. Wer Partyspiele oder kurze Absacker sucht, greift hier garantiert zur falschen Schachtel.

Im Vergleich zu kürzeren Engine Buildern

Sucht ihr ein ähnliches Spielgefühl in kompakterer Form, lohnt ein Blick auf Race for the Galaxy. Dort baut ihr ebenfalls über Karten an einer Weltraumzivilisation, allerdings deutlich schneller, abstrakter und ohne Plättchen auf einem gemeinsamen Brett.

Wer dagegen den großen Tisch, das Plättchenlegen und das thematische Eintauchen sucht, ist mit dem Mars besser bedient. Das eine ersetzt das andere nicht, beide bedienen aber sehr unterschiedliche Abende.

Unser Fazit fällt klar positiv aus: Wer den Aufwand nicht scheut, bekommt mit dem Terraforming Mars Brettspiel ein modernes Schwergewicht, das Strategie, Thema und Wiederspielwert auf hohem Niveau verbindet.

Stärken

  • Über 200 unterschiedliche Projektkarten sorgen für extrem hohe Varianz zwischen den Partien
  • Starker Engine-Build, bei dem Produktion und Synergien sich über die Generationen spürbar aufschaukeln
  • Thematisch dicht: Temperatur, Sauerstoff und Ozeane lassen den Planeten am Tisch sichtbar wachsen
  • Vollwertiger Solo-Modus mit klarer Generationen-Vorgabe als eigenes Puzzle
  • Belohnender nächster Schritt für Spielende, die klassische Familienspiele hinter sich gelassen haben

Schwächen

Auch ein so starkes Werk hat seine Ecken, die ihr vor dem Kauf kennen solltet.

  • Reale Spieldauer liegt zu viert oft deutlich über den angegebenen zwei Stunden
  • Hohe Einstiegshürde durch viele Karten, Symbole und Voraussetzungen, das Mindestalter 12 ist sportlich
  • Material wirkt funktional, aber unspektakulär: rutschige Tableaus und teils gemischte Kartenillustrationen
  • Direkte Interaktion ist gering, wer Konfrontation und Ärger-Faktor sucht, wird hier nicht glücklich
  • Wenig geeignet für klassische Familienrunden mit kleineren Kindern oder für schnelle Spieleabende
Alexander Rohleder
Als Familienvater bin ich unser Experte für Kinder-, Familien- und Kennerspiele. Mein Fokus liegt auf frustfreien Regeln, tollem Material und Spielen, die alle Generationen unkompliziert an den Tisch bringen.

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