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Jenseits des Nebelmeers liegt Alula, ein geheimnisvoller Kontinent, dessen Landschaften sich im Rhythmus der Jahreszeiten ständig neu formen. In Faraway brechen wir gemeinsam zu einer Erkundungsreise auf, um Wunder zu entdecken, Bewohner zu treffen und am Ende den meisten Ruhm einzuheimsen.
Die Stimmung am Tisch ist dabei eher leise und meditativ als laut und hektisch. Die zauberhaften Illustrationen von Maxime Morin tragen viel dazu bei, dass wir uns wirklich auf eine kleine Reise eingeladen fühlen.
Hinter Faraway stecken die Autoren Johannes Goupy und Corentin Lebrat, in Deutschland ist es bei KOSMOS erschienen. Es handelt sich um ein eigenständiges Grundspiel aus dem Jahr 2023, nicht um eine Erweiterung.
Gespielt wird mit 2 bis 6 Personen ab 10 Jahren, eine Partie dauert rund 30 Minuten. Damit landet das Faraway Spiel genau in dem Bereich, in dem auch Wenigspielerinnen und Wenigspieler gerne mal zugreifen.
Mit einer eher niedrigen Komplexität ist Faraway ein klassisches Familienspiel mit leichtem Kenner-Anstrich. Wir empfehlen es allen, die Karten sortieren, Symbole kombinieren und Punkte optimieren mögen, ohne dass eine Partie den ganzen Abend frisst.
Auf der Schachtel steht ab 10 Jahren, und das passt aus Redaktionssicht gut: Jüngere Kinder kommen mit der rückwärtigen Wertung erfahrungsgemäß noch ins Stocken, während Familien mit Schulkindern und gemischte Erwachsenenrunden schnell ihren Spaß finden.
Das Herzstück ist eine Reihe aus acht Regionenkarten, die wir nach und nach vor uns auslegen. Erst am Ende der Reise zeigt sich, wie clever oder eben naiv unsere Planung war, denn die Wertung läuft den Weg wieder zurück.
Genau dieses Gefühl, eine kleine Geschichte zu legen und am Schluss zurückzublicken, hebt das Spiel angenehm von anderen schnellen Kartenspielen ab. Es ist atmosphärisch dicht, ohne komplizierte Mechaniken vorauszusetzen.
Du suchst die wichtigsten Regeln auf einen Blick? Hier ist die schnelle Kurzfassung. Das vollständige Regelwerk findest du direkt im verlinkten PDF.
In Faraway sammeln wir Ruhmpunkte, indem wir am Ende der Reise möglichst viele Aufträge unserer Regionenkarten erfüllen. Wer nach acht Runden die meisten Punkte zusammengetragen hat, gewinnt die Partie.
Der besondere Kniff: Die Wertung läuft rückwärts. Eine Karte erfüllt ihre Aufgabe nur mit den Karten, die vor ihr ausliegen, also später gespielt wurden.
Vor jeder Partie bekommt jede Person eine Starthand und in der Tischmitte liegt ein offener Kartenfluss aus, aus dem wir später nachziehen. Jede Regionenkarte trägt eine Nummer, eine Landschaft, oft ein Symbol und meist eine Aufgabe.
Eine Partie geht über genau acht Runden, in denen alle gleichzeitig spielen. Jede Runde besteht aus klar getrennten Schritten.
Wer als Letztes nachzieht, bekommt nur noch die Reste und muss seine Strategie oft anpassen. Genau hier liegt das Priorisierungsspiel: niedrige Zahlen sichern Auswahl, hohe Zahlen sichern Heiligtümer.
Nach der achten Runde endet die Reise und die Auslage wird in umgekehrter Reihenfolge gewertet, also von rechts nach links. Jede Karte prüft ihre Aufgabe nur gegen die bereits aufgedeckten Karten und die eingesammelten Heiligtümer.
Karten ganz rechts haben es am leichtesten, weil sie viele Mitkarten zur Verfügung haben, bringen aber meist weniger Punkte. Karten ganz links bringen oft hohe Punkte, sehen aber kaum noch eigene Reihe zur Verfügung. Diese kleine Gemeinheit ist der Kern des Ganzen.
Was Faraway so besonders macht, ist die rückwärts laufende Wertung. Während wir vorwärts auslegen und denken, gewinnen wir kleine Aha-Momente, sobald wir merken, dass die später gespielten Karten plötzlich der Schlüssel zu den frühen Aufträgen sind.
Mechanisch verbinden sich Handkartenmanagement, ein offenes Drafting aus dem Kartenfluss und Sets sammeln zu einem überraschend dichten Puzzle. Trotzdem bleibt eine Partie in etwa 30 Minuten gut aufgeräumt, was es zu einem flüssigen Absacker oder Auftakt am Spieleabend macht.
Die Box nennt 2 bis 6 Personen und ab 10 Jahren. Aus Redaktionssicht passt das Alter sehr gut, vor allem wegen des rückwärtigen Wertungs-Twists, der für jüngere Kinder eine echte Denkhürde wäre.
Bei der Spielerzahl gilt unsere Faustregel: Zu zweit oder zu dritt ist Faraway taktisch am dichtesten, weil der Kartenfluss überschaubar bleibt. Zu fünft oder sechst wird es lockerer und unberechenbarer, weil die spannenden Karten oft schon weg sind, bevor wir an der Reihe sind.
Wer ein Familienspiel mit Tiefe sucht, das nach wenigen Runden verinnerlicht ist und trotzdem genug Wiederspielreiz für viele Abende bietet, ist hier richtig. Auch für Kennerspiel-Runden, die zwischendurch etwas Kürzeres mit echtem Knobel-Anteil wollen, ist es ein verlässlicher Tipp.
Weniger passend ist es für Runden, die kribbelige Interaktion und direktes Ärgern lieben. Hier spielt jede Person stark für sich, der Kampf um die Reihenfolge im Fluss ist eher subtil als angriffslustig.
In der Brettspiel-Community wird Faraway insgesamt sehr positiv aufgenommen. Die Mischung aus zugänglicher Regel, hübschen Illustrationen und der cleveren Rückwärtswertung wird besonders häufig hervorgehoben, viele sprechen von einem kleinen, überraschend tiefen Highlight.
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