Schmidt Spiele 49368 Gönnen können, Würfelspiel aus der Serie Klein & Fein, bunt
()

Man muss auch Gönnen können: Würfelspiel mit Karten-Engine im Test

1 –
4 Spieler
8+ Jahre
30+ Minuten
12,99 EUR

inkl. MwSt. zzgl. Versand

Genre:

Spielmechanik:

Man muss auch Gönnen können: Worum geht es im Würfelspiel von Schmidt Spiele?

Thema und Spielgefühl am Tisch

In Man muss auch Gönnen können drehen wir gemeinsam an einer kleinen, feinen Würfelmaschine, die sich jede Runde neu zusammensetzen lässt. International ist der Titel als Divvy Dice bekannt, in unserem Markt erschien er bei Schmidt Spiele und richtet sich an alle, die Würfelspiele mit etwas mehr Köpfchen mögen.

Das Besondere zeigt sich schon im Namen: Wer würfelt, gönnt automatisch auch den anderen am Tisch etwas. Genau dieses Wechselspiel zwischen eigenem Plan und passivem Mitprofitieren prägt die Atmosphäre.

Eckdaten auf einen Blick

Das gönnen können Spiel ist für 1 bis 4 Personen ab 8 Jahren ausgelegt und dauert laut Verlag rund 30 Minuten. Damit landen wir in einem sehr zugänglichen Zeitfenster, das auch unter der Woche am Feierabend funktioniert.

Designt wurde der Titel von Ulrich Blum und Jens Merkl, illustriert von Leon Schiffer. Wer das Duo Blum/Merkl kennt, ahnt schon: Hier geht es um kompakte Mechaniken mit hohem Wiederspielwert, nicht um große Story.

Für wen ist das Spiel interessant?

Wer schon Familienspiele souverän meistert und Lust auf den nächsten, leicht taktischeren Schritt hat, ist hier richtig. Das Spiel ist klar im Bereich zwischen Familien- und Kennerspiel angesiedelt, ohne die Einstiegshürde unnötig hochzuschrauben.

Auch Solo-Fans bekommen etwas geboten, denn ein eigener Solo-Modus mit Level-System und Kampagnenelementen gehört zum Lieferumfang. So lässt sich der Titel sowohl in der Runde als auch allein am Küchentisch erleben.

Was macht den Reiz aus?

Der Clou liegt in der ständigen Frage: Setze ich auf eine sichere Karte, oder gönne ich den anderen lieber nichts und nehme einen riskanteren Wurf in Kauf? Genau dieses kleine Drama sorgt für ein angenehmes Kribbeln, ohne dass die Stimmung am Tisch kippt.

Wer ein kompaktes, modernes Würfelspiel sucht, das mehr ist als reines Glücksspiel, bekommt mit diesem Titel ein sehr fokussiertes Erlebnis. Wie tief das wirklich trägt, schauen wir uns gleich in den Regeln und in der Bewertung an.

So funktioniert Man muss auch Gönnen können: Anleitung und Ablauf

Du suchst die wichtigsten Regeln auf einen Blick? Hier ist die schnelle Kurzfassung. Das vollständige Regelwerk findest du direkt im verlinkten PDF.

Das Spielziel

Ziel ist es, am Ende die meisten Siegpunkte zu sammeln. Diese gibt es ausschließlich über abgeschlossene Wertungs-Karten in unserer eigenen 3×3-Auslage.

Wir bauen uns diese Auslage Stück für Stück selbst zusammen, indem wir Karten vom Markt kaufen und ihre Aufgaben mit Würfelergebnissen erfüllen.

Aufbau und Material

Im Spiel sind folgende Komponenten enthalten:

  • 5 Würfel in fünf verschiedenen Farben
  • 4 abwischbare Stifte zum Markieren der Karten
  • 29 Wertungs-Karten für Siegpunkte am Spielende
  • 20 Bonus-Karten mit Sofort- oder Dauereffekten
  • 4 Abrechnungs-Karten für die Endwertung
  • 1 Solo-Karte und 1 Marktleiste

Zu Beginn wird die Marktleiste mit offenen Karten bestückt, jede Person erhält einen Stift und einen Platz für die spätere 3×3-Auslage. Die Würfel kommen in die Tischmitte.

Ablauf eines Zuges

Der aktive Spieler darf in seinem Zug bis zu dreimal würfeln und gezielt Würfel beiseitelegen. Dabei laufen folgende Schritte ab:

  1. Würfeln: Alle freien Würfel werden geworfen, gewünschte Ergebnisse auf der Baustelle gesichert.
  2. Nachwürfeln: Nicht gesicherte Würfel dürfen erneut geworfen werden, insgesamt bis zu dreimal.
  3. Eintragen: Mit den gesicherten Werten füllt der aktive Spieler Felder auf seinen Karten aus, allerdings in der Regel nur dann, wenn dadurch eine komplette Karte abgeschlossen wird.
  4. Karte kaufen: Anschließend kann eine neue Karte vom Markt in die eigene Auslage gekauft werden.

Der entscheidende Kniff ist die Mitspieler-Interaktion. Bei jedem Nachwurf dürfen die passiven Mitspieler einen der gewürfelten Werte für sich nutzen.

Anders als der aktive Spieler dürfen passive Personen auch einzelne Felder auf ihren Karten vorbereiten, ohne dass die Karte sofort abgeschlossen sein muss. So entsteht ein ständiges Gönnen, das niemanden langweilen lässt, auch wenn er gerade nicht am Zug ist.

Bonus- und Wertungs-Karten

Die beiden Kartenarten spielen unterschiedliche Rollen in unserer Auslage:

  • Bonus-Karten: Geben sofort einen Vorteil, etwa Würfelmanipulationen oder zusätzliche Aktionen.
  • Wertungs-Karten: Bringen am Ende Siegpunkte, abhängig von Anordnung, Farbe oder Status der Karten in der 3×3-Auslage.

Damit lohnt es sich, schon beim Kauf zu überlegen, welche Karte an welcher Stelle der eigenen Auslage am meisten Wirkung entfaltet.

Spielende und Wertung

Das Spiel endet, sobald eine Person ihre neunte Karte kauft und damit die eigene 3×3-Auslage vervollständigt. Die laufende Runde wird in der Regel noch zu Ende gespielt, damit alle gleich oft am Zug waren.

Danach werten alle ihre Auslage gemäß den Bedingungen der dort liegenden Wertungs-Karten aus. Wer in Summe die meisten Siegpunkte erreicht, gewinnt.

Solo-Modus in Kürze

Für einsame Abende gibt es einen eigenen Solo-Modus mit Level-System und Kampagnenregeln. So lässt sich der Schwierigkeitsgrad schrittweise steigern, ohne dass das Grundgefühl des Spiels verloren geht.

Unser Fazit: Lohnt sich Man muss auch Gönnen können wirklich?

Spielgefühl und Mechanik

Mit einer Komplexität von rund 2 auf der 5er-Skala ist der Titel angenehm leichtgewichtig, aber nicht banal. Das Gönnen-Prinzip sorgt dafür, dass wir auch in fremden Zügen aktiv mitdenken, weil wir jeden Nachwurf für unsere eigene Auslage prüfen.

Genau dieser Mechanismus ist das Herzstück, denn er schaltet Wartezeit fast komplett aus. Gleichzeitig erzeugt er kleine Dilemmata, weil der aktive Spieler weiß, dass er den anderen mit jedem zusätzlichen Wurf etwas schenkt.

Realitätsabgleich der Verlagsangaben

Auf der Schachtel steht ab 8 Jahren und das passt zu unserer Einschätzung, sobald Kinder Wertungs-Karten mit kombinierten Bedingungen lesen und planen können. Für jüngere Kinder ohne Erfahrung mit Karten-Aufgaben würden wir eher zu reinen Würfelklassikern raten.

Die 30 Minuten Spieldauer sind in geübten Runden realistisch, in der ersten Partie darf man rund die doppelte Zeit einplanen. Das ist kein Drama, weil das Material mit Stiften und abwischbaren Karten schnell reset-fähig ist.

Für wen lohnt sich der Kauf?

Das gönnen können Spiel ist eine klare Empfehlung für alle, die kompakte Würfelspiele mögen und etwas mehr taktische Tiefe suchen als bei reinen Roll-and-Write-Klassikern. Wer gern eigene kleine Engines aus Bonus- und Wertungs-Karten baut, wird hier sehr gut bedient.

Insgesamt wird der Titel von vielen Spielerinnen und Spielern solide aufgenommen, ohne dass er als großes Highlight des Jahres gefeiert würde. In internationalen Reviews fällt teils der Eindruck, dass sich der Titel in einem sehr vollen Genre nicht radikal abhebt, was wir mit Blick auf die Masse moderner Würfelspiele nachvollziehen können.

Ist der Titel wirklich für jedermann?

Nein, und das ist hier sogar eine Stärke. Wer ein lautes Partyspiel mit großen Lachern sucht, wird hier nicht glücklich, weil das Spiel deutlich ruhiger und planerischer daherkommt.

Familien, die bereits einfache Würfelspiele durchgespielt haben, finden hier einen sehr angenehmen Übergang in Richtung Kennerspiel. Solo-Fans bekommen mit dem integrierten Modus zusätzlich einen netten Mehrwert, ohne separates Material kaufen zu müssen.

Unser Fazit in einem Absatz

Wir bekommen ein durchdacht verzahntes Würfelspiel, dessen Gönnen-Mechanik die Downtime spürbar senkt und die 3×3-Auslage zu einer kleinen, persönlichen Punktemaschine macht. Wer keinen großen Wow-Effekt erwartet, sondern ein verlässliches Spiel für die mittlere Schublade sucht, macht hier nichts falsch.

Stärken

  • Gönnen-Mechanik: Passive Personen bleiben durch die Mitnutzung der Würfel dauerhaft im Spiel.
  • Modulare Auslage: Die 3×3-Karten werden selbst zusammengekauft, das erhöht den Wiederspielreiz.
  • Solo-Modus mit Kampagne: Eigene Level-Struktur statt lieblosem Bot-Anhängsel.
  • Kompakte 30 Minuten: Passt gut an den Feierabend und an Familienabende.
  • Material: Abwischbare Stifte und Karten machen das Spiel langfristig nutzbar.

Schwächen

  • Begrenzte Originalität: Im großen Würfel-Genre wirkt der Titel solide, aber nicht herausragend.
  • Thematisch dünn: Die Atmosphäre entsteht aus der Mechanik, nicht aus einer erzählten Welt.
  • Einstiegspartie länger: Die 30 Minuten werden in der ersten Runde meist überschritten.
  • Wertungs-Karten erklärungsbedürftig: Jüngere Mitspielende brauchen am Anfang Unterstützung beim Lesen der Bedingungen.
  • Wenig Eskalation: Wer große Aha-Momente oder Twists erwartet, wird das Spiel als ruhig empfinden.
Alexander Rohleder
Als Familienvater bin ich unser Experte für Kinder-, Familien- und Kennerspiele. Mein Fokus liegt auf frustfreien Regeln, tollem Material und Spielen, die alle Generationen unkompliziert an den Tisch bringen.

Diese Spiele könnten dir auch gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Gratis unserem Channel beitreten!

Whatsapp Channel anmelden.