Ravensburger 26914 - ALEA: Die Burgen von Burgund
()

Die Burgen von Burgund: Aufbauspiel im Loire-Tal

2 –
4 Spieler
12+ Jahre
45+ Minuten
104,92 EUR

inkl. MwSt. zzgl. Versand

Die Burgen von Burgund: Worum geht es im Klassiker von Stefan Feld?

Thema und Atmosphäre

Wir reisen in Die Burgen von Burgund zurück ins Loire-Tal des 15. Jahrhunderts und schlüpfen in die Rollen einflussreicher Fürsten. Unser Ziel ist es, ein kleines Fürstentum durch Handel, Viehwirtschaft, Bergbau und Städtebau zum blühenden Zentrum der Region zu machen.

Das Setting wirkt dabei angenehm unaufgeregt und bietet einen wohltuenden Kontrast zu vielen düsteren Themenspielen. Hier gibt es keine Katastrophen oder fiesen Rückschläge, sondern einen ruhigen, fast meditativen Wohlfühlcharakter beim Aufbau der eigenen Ländereien.

Eckdaten und Ausgabe

Das Aufbauspiel von Autor Stefan Feld erschien 2011 bei alea und Ravensburger und ist seit Jahren einer der erfolgreichsten Titel der berühmten alea-Reihe. Es richtet sich an zwei bis vier Spielerinnen und Spieler ab 12 Jahren und dauert je nach Runde zwischen 45 und 100 Minuten.

Auf der Schachtel steht ab 12 Jahren, was angesichts der vielen Symbole und der taktischen Tiefe redaktionell durchaus passend ist. Jüngere Familienspielerinnen und Familienspieler kommen mit dem Verzahnungsgrad eher an ihre Grenzen.

Für wen ist das Spiel?

Die Burgen von Burgund spricht alle an, die Spaß an einem klassischen Kennerspiel mit Würfeln, Plättchen und vielen Wegen zum Sieg haben. Wer von Familienspielen wie Azul oder Splendor den nächsten Schritt wagen möchte, findet hier einen idealen, belohnenden Einstieg in tiefere Strategiekost.

Auch zu zweit funktioniert das Spiel hervorragend, weil jede Person mit dem eigenen Tableau im Mittelpunkt steht. Genau das macht es zu einem beliebten Paarspiel für ruhige Abende am Tisch.

Was sticht heraus?

Besonders auffällig ist die Vielzahl an Wegen, mit der wir Siegpunkte sammeln können. Ob Tierherden, Schiffsrouten, Silberminen, Wissensplättchen oder eindrucksvolle Burgen, jede Strategie fühlt sich anders an und lädt zu vielen Wiederholungspartien ein.

Dazu kommt ein flüssiger Spielablauf: Zwei Würfel geben uns Aktionen vor, die Entscheidung treffen aber wir selbst. So entsteht ein wunderbares Spannungsfeld zwischen Glück und Planung, das den enormen Wiederspielwert dieses modernen Klassikers erklärt.

Die Burgen von Burgund Spielanleitung: So spielt ihr es

Du suchst die wichtigsten Regeln auf einen Blick? Hier ist die schnelle Kurzfassung. Das vollständige Regelwerk findest du direkt im verlinkten PDF.

Das Spielziel

In Die Burgen von Burgund geht es darum, am Spielende die meisten Siegpunkte zu sammeln. Punkte gibt es vor allem für vollständig bebaute Farbgebiete im eigenen Fürstentum, für verkaufte Warenladungen und für besondere Wissens- und Bonusplättchen bei der Schlusswertung.

Das Spiel läuft über fünf Durchgänge mit jeweils fünf Runden. Wer nach diesen 25 Runden vorne liegt, gewinnt die Partie.

Aufbau und Material

Jede Person bekommt ein eigenes Fürstentum-Tableau, auf dem mehrere farbige Gebiete in Sechsecken eingeteilt sind. Jede Farbe steht für einen Plättchentyp, etwa Gebäude, Tiere, Schiffe, Minen, Burgen oder Wissen.

Auf dem zentralen Spielplan liegen die Sechseck-Plättchen in nummerierten Depots von 1 bis 6 sowie die Warenfelder. Zusätzlich erhält jede Person Startwaren, Arbeiterchips und Silbermünzen.

  • Spielerablage: Persönliches Tableau mit Hexfeldern in verschiedenen Farben.
  • Zentraler Plan: Sechs Depots für Plättchen, gesteuert über Würfelzahlen.
  • Ressourcen: Würfel, Arbeiterchips, Silber, Warenplättchen.

Ablauf einer Runde

Zu Beginn jeder Runde wirft die aktive Person den Warenwürfel, danach würfeln alle Spielenden ihre zwei eigenen Würfel. Die beiden Augenzahlen geben vor, welche Aktionen pro Zug möglich sind.

In ihrem Zug darf jede Person zwei der vier Aktionen ausführen, jeweils unter Einsatz eines ihrer Würfel:

  1. Plättchen aus dem Depot nehmen: Vom Depot mit der passenden Würfelziffer ein Sechseck-Plättchen ziehen und in den eigenen Zwischenlagerbereich legen.
  2. Plättchen einbauen: Ein Plättchen aus dem Zwischenlager in ein farblich passendes Feld mit der entsprechenden Würfelziffer im eigenen Fürstentum platzieren, angrenzend an ein bereits gebautes Feld.
  3. Waren verkaufen: Einen Stapel Warenplättchen abgeben, dessen Warennummer der Würfelziffer entspricht, und dafür Silber sowie Siegpunkte erhalten.
  4. Arbeiter nehmen: Statt einer Aktion zwei Arbeiterchips holen, mit denen sich Würfelaugen später um je eine Stufe nach oben oder unten verändern lassen.

Zusätzlich darf jede Person pro Zug ein Plättchen für zwei Silber aus dem mittleren Depot kaufen und in das eigene Zwischenlager legen. Dieser Kauf zählt nicht als reguläre Aktion.

Plättchen und ihre Wirkung

Jedes eingebaute Plättchen löst eine Sofortwirkung aus, sobald es im Fürstentum landet. So liefern Gebäude neue Aktionen, Tiere bringen sofort Punkte, Schiffe verschieben den Startspielermarker oder erlauben Warenverkäufe, und Silberminen sichern dauerhaftes Einkommen.

Wissensplättchen verändern Regeln oder Wertungen für die jeweilige Person, etwa zusätzliche Punkte für bestimmte Plättchentypen. Burgen wiederum erlauben eine zusätzliche freie Aktion direkt nach dem Bau.

Gebiete und Bonuspunkte

Wer ein farbiges Gebiet komplett füllt, kassiert sofort Siegpunkte. Die Höhe richtet sich nach der Größe des Gebiets und dem aktuellen Durchgang, denn frühzeitig abgeschlossene Regionen bringen deutlich mehr Punkte.

Zusätzlich gibt es einen Bonus, wenn eine Person als Erste ein Gebiet einer bestimmten Farbe vollständig bebaut hat. Diese Mehrheiten machen den Wettlauf um Tempo und Plättchenauswahl besonders spannend.

Spielende und Wertung

Das Spiel endet nach dem fünften Durchgang. Anschließend werden noch Restpunkte vergeben, unter anderem für nicht verkaufte Waren, übrige Silbermünzen und nicht eingesetzte Arbeiterchips.

  • Komplette Gebiete: Punkte je nach Größe und Zeitpunkt der Fertigstellung.
  • Mehrheiten: Bonus für die erste vollständige Farbregion ihrer Art.
  • Restwerte: Silber, Arbeiter und übrige Waren bringen kleine Zusatzpunkte.
  • Bonusplättchen: Spezialeffekte aus Wissen und besonderen Gebäuden zählen final.

Wer am Ende die meisten Siegpunkte gesammelt hat, gewinnt. Bei Gleichstand entscheidet die fortgeschrittenste Position auf der Punkteleiste oder, je nach Variante, das übrige Silber.

Unser Fazit: Lohnt sich Die Burgen von Burgund?

Spielgefühl und Mechanik

Die Burgen von Burgund fühlt sich wie ein entspanntes Puzzle an, bei dem trotzdem ständig clevere Entscheidungen gefragt sind. Wir würfeln, weichen mit Arbeitern aus und planen vorausschauend, welches Plättchen wo am meisten Punkte bringt.

Das Spiel ist an manchen Stellen herrlich crunchy, das bedeutet, die Mechaniken verzahnen sich so eng, dass wir richtig tief in die Planung eintauchen können. Trotzdem bleibt das Tempo angenehm, weil jeder Zug nur aus zwei Aktionen besteht und das Regelgerüst nach zwei, drei Runden verinnerlicht ist.

Mit einer Komplexität von rund 3 auf der gängigen 5er-Skala liegt der Titel klar im Kennerspiel-Bereich, ohne in echtes Expertenniveau abzudriften. Genau diese Balance macht ihn so beliebt.

Realitätsabgleich: Alter und Dauer

Auf der Schachtel steht ab 12 Jahren, und das passt gut zur Symbolflut auf den Plättchen und zur strategischen Tiefe. Erfahrene 10-Jährige, die Familienspiele wie Azul oder Kingdomino schon souverän schlagen, können je nach Begleitung ebenfalls Spaß haben.

Die Boxangabe von 90 Minuten ist ehrlich gewählt. In der ersten Partie dauert eine Runde mit voller Besetzung gerne 100 bis 120 Minuten, zu zweit sind 45 bis 60 Minuten realistisch, sobald die Symbolik sitzt.

Material der Jubiläums- und Sonderedition

Wer eine neuere Ausgabe wie die Burgen von Burgund 2019 oder die spätere Jubiläumsedition besitzt, profitiert von kräftigeren Farben und größeren Spielertableaus. Die früher oft kritisierte Nähe zwischen Grün- und Gelbtönen wurde sichtbar entschärft.

Die Plättchen wirken weiterhin recht dünn, dafür wurden die Übersichten ausgelagert und der Plan in 2er-, 3er- und 4er-Varianten unterteilt. Material und Layout sind damit auf einem guten Niveau für die Preisklasse.

Für wen lohnt sich der Kauf?

Das Spiel ist ideal für alle, die Würfelglück und langfristige Planung gleichzeitig mögen. Wer reine Glücksspiele oder reine Eurogames ohne Würfel sucht, könnte dagegen mit der Balance fremdeln.

Für Pärchen, Kennerspiel-Runden und Solospielende ist es eine klare Empfehlung. Die zahlreichen Wissensplättchen und Startauslagen sorgen dafür, dass sich kaum eine Partie wie die vorige anfühlt, was den Wiederspielwert auch nach vielen Partien hochhält.

Kurzvergleich zu einer Alternative

Im Vergleich zu Stefan Felds Trajan wirkt Die Burgen von Burgund zugänglicher, weil der Aktionsmechanismus über zwei Würfel intuitiver ist als der Mancala-Bewegungs-Mechanismus bei Trajan. Wer es etwas entspannter, optisch friedlicher und mit klarem Plättchen-Puzzle mag, ist hier besser aufgehoben.

Im Gegenzug bietet Trajan mehr ineinandergreifende Wertungstracks und etwas mehr Brainburner-Potenzial, also tiefere Grübelmomente. Für den Einstieg in die Feld-Welt ist Die Burgen von Burgund aber die wärmer empfohlene Wahl.

Insgesamt zählt der Titel für uns zu den überzeugendsten Aufbauspielen seiner Generation. Die Mischung aus Würfelaktionen, Plättchenpuzzle und Mehrheiten in den Farbgebieten ist auch nach über zehn Jahren noch frisch.

Stärken

  • Viele Strategiepfade: Tiere, Schiffe, Wissen, Burgen oder Minen, jede Auslage spielt sich anders.
  • Würfelglück mit Steuerung: Arbeiterchips erlauben uns, Ergebnisse gezielt anzupassen und Frust gering zu halten.
  • Hervorragendes 2er-Spiel: Ruhiges Tempo, eigene Tableaus, kaum Wartezeit zwischen den Zügen.
  • Enormer Wiederspielwert: Variable Startauslagen und Wissensplättchen sorgen für frische Partien.
  • Kennerspiel mit weicher Lernkurve: Nach einer Partie sitzen die Aktionen, die Tiefe wächst über mehrere Runden.

Schwächen

  • Symboldichte: Besonders die Sondergebäude und Wissensplättchen verlangen häufiges Nachschlagen in der Übersicht.
  • Optik im Mittelfeld: Auch in neueren Ausgaben bleibt das Layout funktional und wirkt weniger thematisch dicht als bei modernen Aufbauspielen.
  • Plättchenstärke: Die dünnen Sechsecke wirken angesichts des Preises nicht immer hochwertig.
  • Eingeschränkte Interaktion: Wir bauen vor allem am eigenen Tableau, direkte Konflikte gibt es kaum.
  • Nicht für Vielwürfel-Skeptiker: Wer Würfelglück grundsätzlich ablehnt, wird sich trotz Arbeiterchips schwertun.
Alexander Rohleder
Als Familienvater bin ich unser Experte für Kinder-, Familien- und Kennerspiele. Mein Fokus liegt auf frustfreien Regeln, tollem Material und Spielen, die alle Generationen unkompliziert an den Tisch bringen.

Diese Spiele könnten dir auch gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Gratis unserem Channel beitreten!

Whatsapp Channel anmelden.