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The Gang: Der kooperative Poker-Heist von KOSMOS

Amazon 4.6/5 (207)
3–6 Spieler20 Minab 10 J.

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The Gang

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Hinweis: Antworten basieren auf der hinterlegten Anleitung und ersetzen nicht die offizielle Regelquelle des Verlags.

The Gang: Worum geht es im kooperativen Poker-Coup?

Willkommen bei der Gang

Schwarze Masken, gezückte Werkzeuge, ein Tresor, der nicht von selbst aufgeht. Ihr seid The Gang, und ihr habt genau eine Mission: drei prallgefüllte Safes leerräumen, bevor der Alarm dreimal losheult.

Klingt nach Hollywood? Genau so fühlt es sich an. Nur dass eure Waffe nicht das Brecheisen ist, sondern ein Pokerblatt.

Koop-Poker, das es so vorher nicht gab

The Gang ist 2024 bei KOSMOS erschienen, als Grundspiel und nicht als Erweiterung. Designt haben es John Cooper und Kory Heath, und sie haben sich getraut, ein Brett zu kippen, das normalerweise unantastbar ist: Texas Hold'em.

Bluffen? Gestrichen. Gegeneinander zocken? Gestrichen. Stattdessen sitzt ihr alle auf derselben Seite des Tisches und müsst gemeinsam herausfinden, wer von euch das stärkste Blatt hält, wer das zweitstärkste und wer am Ende einfach nur Müll auf der Hand hat.

Für wen brennt das Teil?

Drei bis sechs Personen, ab 10 Jahren, 20 Minuten pro Coup. Das ist die Schachtelansage, und sie stimmt. Ein Überfall ist schnell, der nächste startet sofort hinterher, und plötzlich sitzt ihr zwei Stunden am Tisch und wollt einfach nicht aufhören.

Das hier ist für alle, die Partyspiele lieben, aber nicht ständig schreien wollen. Für Pokerrunden, die mal etwas Neues probieren. Und für Gruppen, die diesen einen Moment suchen, in dem alle sich anschauen, kurz nicken und wissen: Jetzt knacken wir den Tresor.

Was macht den Reiz aus?

Ihr dürft nicht reden. Nicht über eure Karten, nicht über eure Position, nicht über euren Plan. Eure einzige Sprache sind die Kommunikations-Chips mit ihren Sternwerten, die ihr euch greift, zurückgebt oder einem Mitspieler vor der Nase wegschnappt.

Genau aus dieser Stille entsteht die Spannung. Wer den Chip mit den meisten Sternen liegen lässt, schreit damit lauter als jedes Wort: Ich habe was Großes. Und genau dann beginnt der eigentliche Coup im Kopf jedes Beteiligten.

The Gang Spielregeln: So läuft der Coup ab

Regeln als PDF herunterladen

Das Spielziel

Ihr spielt kooperativ gegen das Spiel. Ihr gewinnt, wenn ihr gemeinsam drei Tresore knackt, bevor ihr drei Alarme auslöst.

Jeder gelungene Überfall bringt eine Tresorkarte, jeder verpatzte einen Alarm. Wer zuerst dreimal erfolgreich war, hat gewonnen, wer zuerst dreimal scheitert, hat verloren.

Aufbau und Material

Auf den Tisch kommt alles, was die Bande braucht. Die Kommunikations-Chips liegen sortiert in der Mitte, jeder Chip trägt einen Sternwert, der für eine Position in der Rangfolge steht.

  • 52 Spielkarten als klassisches Pokerdeck
  • Tresor- und Alarmkarten als Erfolgs- und Misserfolgs-Anzeiger
  • 24 Kommunikations-Chips mit unterschiedlichen Sternwerten
  • Übersichtskarten mit den Pokerhand-Wertigkeiten

Karten werden gemischt, ein Geber bestimmt, und schon kann der erste Überfall starten.

Ablauf eines Überfalls

Ein Coup läuft über vier Runden, die jeder Pokerfan sofort wiedererkennt. Ihr bekommt zwei verdeckte Handkarten, danach werden nach und nach fünf Gemeinschaftskarten in der Tischmitte aufgedeckt.

  1. Pre-Flop: Jeder erhält zwei verdeckte Handkarten. Ihr schätzt eure Position ein und greift gleichzeitig nach einem Chip, dessen Sternwert eurer vermuteten Stärke in der Gruppe entspricht.
  2. Flop: Drei Gemeinschaftskarten kommen offen in die Mitte. Ihr dürft Chips behalten, in die Mitte zurücklegen oder einem Mitspieler den Chip wegschnappen, um eure neue Einschätzung auszudrücken.
  3. Turn: Eine weitere Gemeinschaftskarte wird aufgedeckt. Wieder dürft ihr eure Chip-Wahl anpassen.
  4. River: Die fünfte und letzte Gemeinschaftskarte liegt offen. Jetzt zählt die finale Chip-Belegung, denn diese Reihenfolge entscheidet über Erfolg oder Alarm.

Geredet wird in keiner dieser Runden. Wer einen Chip greift, sagt damit alles, was gesagt werden darf.

Der Showdown

Nach dem River kommt der Moment der Wahrheit. Die Karten werden in der Reihenfolge der finalen Chip-Sternwerte aufgedeckt, beginnend mit der niedrigsten Position.

Jetzt zählen die klassischen Pokerränge: von der höchsten Einzelkarte über Paar, Drilling, Straße, Flush, Full House, Vierling, Straight Flush bis hoch zum Royal Flush. Die aufgedeckten Blätter müssen in gleichbleibender oder aufsteigender Reihenfolge stärker werden.

  • Stimmt die Reihenfolge bis zum Ende, klappt der Coup und ihr legt eine Tresorkarte ab.
  • Bricht die Reihenfolge an irgendeiner Stelle, schrillt der Alarm und eine Alarmkarte landet auf dem Stapel.

Spielende und Wertung

Das Spiel endet, sobald entweder drei Tresore oder drei Alarme zusammengekommen sind. Drei Tresore heißt gewonnen, drei Alarme heißt gescheitert.

Eine komplette Partie dauert je nach Glück und Talent drei bis fünf Überfälle, und damit landet ihr in den angegebenen 20 Minuten.

Drei Schwierigkeitsstufen für die Gang

Hat eure Bande das Grundspiel im Griff, gibt es drei Aufbau-Modi, die den Druck erhöhen. So bleibt der Coup auch nach dem zehnten Abend frisch.

  • Fortgeschrittenen-Dieb: Spezialisten-Karten verleihen einzelnen Spielern hilfreiche Sonderfähigkeiten.
  • Profi-Dieb: Zusätzliche Spezialisten und schärfere Bedingungen während des Überfalls.
  • Meisterdieb: Challenge-Karten verändern die Regeln eines Überfalls und zwingen die Gang zu völlig neuen Wegen.

The Gang im Test: Unser Fazit zum Koop-Poker

Spielgefühl und Mechanik

The Gang macht etwas, was bei Partyspielen selten klappt: Es funktioniert vom ersten Chip an. Du greifst nach dem höchsten Sternwert, weil du ein Ass-König auf der Hand hast, und schaust quer über den Tisch, ob jemand sich traut, dich anzugreifen.

Genau diese stille Kommunikation ist der Megakracher. Kein Gerede, kein Bluffen, nur Chips, Blicke und das langsame Aufdecken der Gemeinschaftskarten, das alles wieder über den Haufen wirft.

Downtime? Praktisch null. Alle handeln gleichzeitig, alle bewerten ständig neu, alle sind drin. Die Komplexität von 1,6 bestätigt, was am Tisch sofort spürbar ist: niedrige Einstiegshürde, aber genug Tiefe für die siebte Partie hintereinander.

Realitätsabgleich: Schachtel gegen Praxis

Auf der Schachtel steht ab 10, und das funktioniert, sofern die Kinder Pokerränge sicher kennen. Wer noch nie ein Full House gesehen hat, braucht ein, zwei Aufwärmrunden mit der Übersichtskarte.

Die 20 Minuten Spieldauer stimmen für eine Partie, sind aber gefährlich. Eine Partie zieht praktisch immer die nächste nach sich, und am Ende sitzt ihr zwei Stunden da.

Für wen lohnt sich der Kauf?

Für Gruppen, die kooperative Spiele lieben, aber das ewige Alpha-Spieler-Problem leid sind. Hier kann niemand für andere entscheiden, weil niemand reden darf.

Für Pokerrunden, die mal etwas Neues an den Tisch bringen wollen, ohne den Pokerkern aufzugeben. Und für Familien mit älteren Kindern, die ein etwas anspruchsvolleres Partyspiel suchen.

Mit einer Wertung von 7,57 wird The Gang allgemein sehr positiv aufgenommen, und das deckt sich mit dem Eindruck am Tisch. Eine ehrliche, starke Empfehlung mit kleinen Einschränkungen.

Ist The Gang wirklich für jeden?

Nein. Wer mit Pokerrängen partout nichts anfangen kann oder will, hängt von Runde eins an hinterher. Die Übersichtskarte hilft, aber sie ersetzt nicht das Gefühl dafür, dass ein Flush mehr wert ist als eine Straße.

Auch Gruppen, die Partyspiele ausschließlich für Lacher und Chaos spielen, könnten The Gang zu leise finden. Hier wird konzentriert geschaut, nicht geschrien.

Kurzvergleich zu The Mind

Wer The Gang mag, kennt vermutlich The Mind: gleicher Designer Wolfgang Warsch ist es zwar nicht, aber dieselbe DNA, also stille Kommunikation und kooperative Reihenfolge. The Mind ist abstrakter, schneller und brutaler im Timing.

The Gang gibt euch dafür ein Pokerthema, das Heist-Flair und mit Flop, Turn und River drei Anpassungsmomente pro Runde. Mehr Material, mehr Inhalt, mehr Wiederspielwert, dafür weniger sofortige Spielsimplizität.

Unser Fazit nach mehreren Abenden: The Gang ist einer der spannendsten kooperativen Tisch-Coups der letzten Saison, und die Spielregeln sind in zwei Minuten erklärt. Wer nur ein einziges Koop-Partyspiel kaufen will und mit Pokerrängen leben kann, greift hier zu.

Stärken

  • Stille Chip-Kommunikation erzeugt von Runde eins an dichte Spannung und Blickwechsel
  • Praktisch keine Downtime, weil alle gleichzeitig Chips wählen und neu bewerten
  • Drei Schwierigkeitsmodi (Fortgeschrittener, Profi, Meisterdieb) sorgen für langen Wiederspielwert
  • Funktioniert in jeder Besetzung von 3 bis 6 Personen, ohne sich zäh zu spielen
  • Pokerthema und Heist-Flair tragen die Mechanik glaubwürdig

Schwächen

  • Ohne Grundwissen zu Pokerrängen hängen Mitspieler die erste Partie spürbar hinterher
  • Wer von einem Partyspiel Lautstärke und Lacher erwartet, findet hier eher Konzentration
  • Bei viel Pech mit Handkarten kann sich ein Überfall trotz richtiger Einschätzung mies anfühlen
  • Das Material ist solide, aber für ein KOSMOS-Spiel dieser Klasse nicht spektakulär

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