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Mit Brass: Birmingham reisen wir in das Herz der industriellen Revolution. Genauer gesagt in die britischen West Midlands der Jahre 1770 bis 1870, wo aus verschlafenen Ortschaften eine pulsierende Wirtschaftsregion wurde.
Wir schlüpfen in die Rolle konkurrierender Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihr industrielles Imperium aus dem Boden stampfen. Baumwollspinnereien, Kohlebergwerke, Eisenhütten, Töpfereien und sogar Brauereien wollen errichtet und entwickelt werden.
Verbunden wird das alles zunächst durch Kanäle, später durch das aufkommende Eisenbahnnetz. So entsteht über zwei klar getrennte Epochen ein dichtes, thematisch wirklich greifbares Wirtschaftsgefüge auf dem Tisch.
Erschienen ist das Brass Birmingham Brettspiel 2018 bei Roxley Games, entworfen von Martin Wallace zusammen mit Gavan Brown und Matt Tolman. Es handelt sich um ein eigenständiges Grundspiel, das thematisch lose an Wallace‘ Klassiker Brass von 2007 anknüpft.
Spielbar ist es mit 2 bis 4 Personen, der Verlag empfiehlt es ab 14 Jahren. Eine Partie dauert je nach Spielerzahl und Erfahrung zwischen 60 und 120 Minuten, in der Praxis pendelt sich das eher am oberen Ende ein.
Dieses Spiel richtet sich klar an Vielspielerinnen und Vielspieler, die ein anspruchsvolles Kennerspiel mit echter Tiefe suchen. Wer Engine Builder mag, also Spiele, in denen wir uns langsam eine wachsende Produktionsmaschine aufbauen, wird hier fündig.
Brass: Birmingham steht für viele in der Community an der absoluten Spitze, was Wirtschaftsspiele angeht. Die Atmosphäre, das ständige Abwägen zwischen kurzfristigem Vorteil und langfristiger Planung und die enge Verzahnung der Spielenden machen jede Partie zu einem dichten Erlebnis.
Besonders ist vor allem, wie sehr unsere Imperien voneinander abhängen. Wir nutzen Kohle, Eisen und Bier aus dem gemeinsamen Markt, kaufen Ressourcen von den Mitspielenden und bauen oft auf Strecken, die andere erst möglich gemacht haben.
Das fühlt sich nie nach stupidem Solitärspiel an, sondern nach einem lebendigen Wirtschaftsraum. Wer sich an die Komplexität herantraut, bekommt ein Spielerlebnis mit enorm hohem Wiederspielwert.
Du suchst die wichtigsten Regeln auf einen Blick? Hier ist die schnelle Kurzfassung. Das vollständige Regelwerk findest du direkt im verlinkten PDF.
Unser Ziel ist es, am Ende der zweiten Epoche die meisten Siegpunkte zu besitzen. Punkte gibt es für gebaute Verbindungen, also Kanäle und Eisenbahnen, sowie für umgedrehte Industrieplättchen.
Gewertet wird gleich zweimal: einmal nach der Kanalepoche und einmal nach der Eisenbahnepoche. Wer beide Wertungen geschickt vorbereitet, gewinnt die Brass Birmingham Spiel-Partie.
Auf dem Tisch landet der Spielplan der West Midlands mit Städten wie Birmingham, Coventry oder Worcester. Jede Person bekommt ein Spielertableau, auf dem die eigenen Industrieplättchen sortiert sind.
Wir spielen reihum, wobei die Zugreihenfolge an die im letzten Zug ausgegebene Geldmenge gekoppelt ist. Wer sparsam war, darf in der nächsten Runde früher handeln.
Pro Zug führen wir zwei Aktionen aus, indem wir jeweils eine Karte aus der Hand ausspielen. Diese sechs Aktionen stehen zur Auswahl:
Wichtig: Industrieplättchen werden erst dann auf die wertvolle Rückseite umgedreht, wenn die produzierten Ressourcen verbraucht oder die Waren erfolgreich verkauft wurden. Nur umgedrehte Plättchen bringen am Ende einer Epoche volle Siegpunkte.
Kohle wird benötigt, wenn wir an das Netzwerk angeschlossen sind und etwas bauen oder Eisenbahnen verlegen. Eisen hingegen darf von überall auf dem Plan bezogen werden, ohne dass eine Verbindung nötig ist.
Bier ist die Sonderwährung der Spinnereien, Fabriken und Töpfereien. Ohne Brauereien in Reichweite lässt sich oft nicht verkaufen, was die Brass Birmingham Regeln zu einem ständigen Tauziehen um Ressourcen macht.
Das Spiel verläuft über zwei Epochen, die Kanalepoche und die Eisenbahnepoche. Jede Epoche endet, wenn der gemeinsame Kartenstapel aufgebraucht ist und alle ihre Handkarten gespielt haben.
Am Ende jeder Epoche werden Siegpunkte für umgedrehte Industrieplättchen und für eigene Verbindungen vergeben. Vor der Eisenbahnepoche werden die Kanäle vom Plan genommen, Stufe-1-Industrien lassen sich dann nicht mehr bauen.
Nach der zweiten Wertung steht die Siegerin oder der Sieger fest. Knappe Endergebnisse sind in der Brass Birmingham deutsch Anleitung eher die Regel als die Ausnahme.
Brass: Birmingham fühlt sich schon nach wenigen Zügen thematisch dicht und gleichzeitig kühl kalkuliert an. Wir bauen uns langsam eine kleine Wirtschaftsmaschine auf, also einen klassischen Engine Builder, der die Verzahnung unserer Industrien Schritt für Schritt belohnt.
Besonders reizvoll ist, wie Karten gleich mehrere Funktionen erfüllen: Sie öffnen Standorte, geben Industrietypen vor und zwingen uns trotzdem zu kreativen Umwegen. Hier ist nichts beliebig, jede Karte hat Konsequenzen für die nächsten zwei, drei Züge.
An manchen Stellen wird das Spiel herrlich crunchy, das bedeutet, die Mechaniken greifen so eng ineinander, dass wir tief in die Planung eintauchen. Wer Spaß an logischen Tüfteleien hat, bekommt hier einen erstklassigen mentalen Workout.
Auf der Schachtel steht eine Empfehlung ab 14 Jahren, und das passt erfahrungsgemäß sehr gut. Die Komplexität liegt deutlich im oberen Bereich des Kennerspielsegments, jüngere Spielende sind hier in aller Regel überfordert.
Die Zeitangabe von 60 bis 120 Minuten ist optimistisch. Realistisch landen wir zu viert mit erfahrenen Mitspielenden eher bei zweieinhalb bis drei Stunden, die erste Partie dauert oft noch länger.
Wer schon Erfahrung mit Wirtschaftsspielen oder anspruchsvollen Engine Buildern hat, findet hier eines der dichtesten Spielerlebnisse überhaupt. Viele Spielerinnen und Spieler bezeichnen es seit Jahren als ihr persönliches Lieblingsspiel, und das aus gutem Grund.
Für klassische Familienspielrunden oder gelegentliche Brettspielabende ist es allerdings keine gute Wahl. Hier braucht es Geduld, Lernbereitschaft und idealerweise eine feste Runde, die sich gemeinsam in das Spiel einarbeitet.
Ganz klar nein. Die Einstiegshürde ist hoch, der erste Eindruck kann gerade durch die vielen Symbole und die Ressourcenverflechtung überfordern.
Ich empfehle dir, die erste Partie bewusst als Lernpartie zu sehen, damit der Frust klein bleibt. Ab der zweiten Runde greifen die Brass Birmingham Regeln meist sauber ineinander, und die wirkliche taktische Tiefe öffnet sich.
Insgesamt steht hier ein Strategiespiel auf dem Tisch, das nicht nur intensiv ist, sondern auch enorm belohnend, wenn man sich darauf einlässt. Für die richtige Zielgruppe gehört es zu den absoluten Highlights der letzten Jahre.
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