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Vor uns liegt eine völlig unberührte Welt aus sechseckigen Landschaftsfeldern. In Catan schlüpfen wir in die Rolle mutiger Entdecker und besiedeln ein unbekanntes Eiland. Hier errichten wir gemeinsam nach und nach eine blühende Zivilisation.
Die Insel bietet uns alles, was wir zum Überleben und Wachsen brauchen. Wälder liefern wertvolles Holz für unsere ersten Wege. Saftige Weiden, goldene Getreidefelder, steinige Gebirge und lehmige Hügel versorgen uns mit weiteren wichtigen Baumaterialien.
Schon beim Aufbau spürt man förmlich die Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer. Da die Landfelder jedes Mal zufällig ausgelegt werden, gleicht keine Insel der anderen. Wir stehen immer wieder vor neuen landschaftlichen Herausforderungen.
Das Herzstück des Erlebnisses ist jedoch die intensive Kommunikation untereinander. Wir verhandeln ständig über knappe Rohstoffe und versuchen, lukrative Tauschgeschäfte abzuschließen. Dabei entstehen am Tisch oft hitzige, aber stets freundschaftliche Debatten über den Wert eines einzigen Schafes.
Autor Klaus Teuber und der Kosmos Verlag haben mit diesem Titel ein echtes Phänomen geschaffen. Ursprünglich 1995 als „Die Siedler von Catan“ erschienen und zum Spiel des Jahres gekürt, richtet sich das Werk heute an drei bis vier Mitspieler ab zehn Jahren. Eine Partie dauert entspannte 60 bis 120 Minuten.
Die zugängliche Natur des Spiels nimmt absolute Neulinge wunderbar an die Hand. Gleichzeitig bietet Catan das Spiel genug strategische Tiefe, um auch erfahrene Runden immer wieder aufs Neue zu fesseln. Es verzeiht uns glücklicherweise auch mal einen taktischen Fehler in den ersten Zügen.
Du suchst die wichtigsten Regeln auf einen Blick? Hier ist die schnelle Kurzfassung. Das vollständige Regelwerk findest du direkt im verlinkten PDF.
Unser gemeinsames Ziel ist es, als Erstes exakt zehn Siegpunkte zu erreichen. Wer an der Reihe ist und in seinem Zug diese magische Grenze knackt, gewinnt sofort. Punkte sammeln wir hauptsächlich durch den Bau von Siedlungen und Städten.
Wir setzen die Insel aus den sechseckigen Feldern zusammen und legen die runden Zahlenchips darauf. Jeder von uns erhält fünf Siedlungen, vier Städte und fünfzehn Straßen in seiner gewählten Farbe. Zu Beginn platzieren wir abwechselnd unsere ersten beiden Siedlungen samt Straßen auf dem Spielplan.
Wer am Zug ist, durchläuft immer eine feste Reihenfolge an Aktionen. Zuerst wird gewürfelt, danach darf gehandelt und schließlich gebaut werden. Zusätzlich darf der aktive Spieler zu einem beliebigen Zeitpunkt seines Zuges genau eine Entwicklungskarte ausspielen.
Um neue Bauwerke zu errichten, geben wir bestimmte Kombinationen von Rohstoffen in den allgemeinen Vorrat zurück. Dabei müssen wir feste Platzierungsregeln beachten. Eine neue Straße darf nur an eine eigene Straße, Siedlung oder Stadt angelegt werden.
Die Insel birgt jedoch auch eine kleine Gefahr in Form des Räubers. Fällt beim Würfeln eine Sieben, erhält niemand in dieser Runde Rohstoffe. Stattdessen wird der Räuber aktiv und bringt das Spielgeschehen ordentlich durcheinander.
Wenn wir am Tisch sitzen und über den perfekten Tauschwert für ein einziges Stück Lehm feilschen, entfaltet Catan seine wahre Magie. Das Spiel schafft es hervorragend, alle am Tisch dauerhaft einzubinden. Niemand muss lange warten, da wir bei jedem Würfelwurf auf eigene Erträge hoffen und in der Handelsphase interagieren.
Die Einstiegshürde ist erfreulich niedrig gehalten. Die klar strukturierte Baukarte gibt uns alle wichtigen Kosten direkt an die Hand. Das Spiel verzeiht uns frühe Fehler beim Straßenbau recht gut, was gerade in familiären Runden für ein wunderbar entspanntes Klima sorgt.
Auf dem Papier bauen wir uns eine kleine Produktionsmaschine auf. Wir platzieren uns bewusst an Feldern mit hoher Wahrscheinlichkeit, wie der Sechs oder der Acht. Dennoch bleibt das Erlebnis stark vom Zufall der zwei Würfel geprägt.
In manchen Partien fällt eine eigentlich seltene Zahl ungewöhnlich oft und wirft alle statistischen Pläne über den Haufen. Das kann Liebhaber von reinen Strategiespielen manchmal frustrieren. Für gemischte Runden ist dieser Zufallsfaktor jedoch großartig, da er das Spielfeld ausgleicht und Neueinsteigern echte Siegchancen einräumt.
Auch Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung fasziniert der modulare Aufbau der Insel ungemein. Die sechseckigen Pappteile sorgen dafür, dass wir uns immer wieder auf neue geografische Engpässe einstellen müssen. Wer ein kommunikatives Erlebnis sucht und gerne hitzig verhandelt, wird hier nach wie vor bestens bedient.
Wir betrachten diesen zeitlosen Brettspiel-Klassiker als absolute Empfehlung für jede gut sortierte Sammlung. Es verbindet Generationen am Tisch und liefert durch clevere Tauschmechaniken immer wieder spannende Momente, auch wenn man ab und zu den Launen der Würfel ausgeliefert ist.
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