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Stell dir vor, du stehst auf einem überfüllten Platz voller Menschen. Irgendwo in dieser Masse verstecken sich deine Geheimagenten. Du kennst jedoch nur ihre geheimen Codenamen.
Dein Geheimdienstchef sitzt am anderen Ende der Leitung und funkt dir verschlüsselte Hinweise zu. Ein einziges Wort muss reichen, um die eigenen Leute zu kontaktieren. Ihr müsst zuschlagen, bevor die Konkurrenz es tut.
Genau diese dichte Atmosphäre bringt das Codenames Spiel an euren Tisch. Es ist kein klassischer Strategiekracher, sondern ein packendes Kommunikationserlebnis.
Entwickelt von Vlaada Chvátil (in Deutschland im Vertrieb von Asmodee) und 2016 zum Spiel des Jahres gekürt, richtet sich der Titel an 2 bis 8 Personen. Es ist ein waschechtes Partyspiel, das dennoch ordentlich Hirnschmalz erfordert.
Auf der Schachtel stehen flinke 15 Minuten Spielzeit und ein Einstiegsalter ab 10 Jahren. Die Realität zeigt oft ein anderes Bild. Rauchende Köpfe der Geheimdienstchefs können eine Partie deutlich verlängern.
Zwei rivalisierende Teams treten gegeneinander an. Sie versuchen, als erste Gruppe alle eigenen Agenten zu finden. Dabei ist die Bühne frei für wilde Diskussionen, bei denen geniale Assoziationen und brachiales Scheitern nah beieinanderliegen.
Was passiert, wenn der eigene Teamchef das Wort Baum nennt und eine 2 dazu ansagt? Gleichzeitig liegen Stamm, Blatt und Apfel auf dem Tisch. Sofort entbrennt eine heiße Debatte unter den Ermittlern.
Das Spiel lebt von diesem enormen Mitzieheffekt. Wilde Theorien werden geschmiedet und die halbe Gruppe lacht verzweifelt auf. Schüchterne Mitspieler tauchen schnell in die Diskussion ein, weil jeder Gedankengang zählen könnte.
Die Table Presence ist eher minimalistisch gehalten. Dennoch ist die Spannung im Raum jederzeit greifbar. Jeder falsche Tipp kann sofort das bittere Ende bedeuten.
Du suchst die wichtigsten Regeln auf einen Blick? Hier ist die schnelle Kurzfassung. Das vollständige Regelwerk findest du direkt im verlinkten PDF.
Zwei Teams kämpfen hart um den Sieg. Euer gemeinsames Ziel ist es, als Erstes alle eigenen Geheimagenten ausfindig zu machen.
Dabei müsst ihr unbedingt den gegnerischen Agenten und vor allem dem tödlichen Attentäter aus dem Weg gehen. Sobald ein Team alle vorgegebenen Wörter erraten hat, gewinnt es sofort die Partie.
Für den Start teilt ihr euch in zwei gleich große Gruppen auf und wählt jeweils einen Agentenchef. Die Chefs setzen sich nebeneinander. Ihre Teams nehmen auf der gegenüberliegenden Seite des Tisches Platz.
Der Tischaufbau ist schnell erledigt und verlangt folgende Schritte:
Die Codenames Anleitung ist genial reduziert und leicht zu verinnerlichen. Teams sind abwechselnd am Zug und durchlaufen stets dieselben Phasen:
Solange ihr eigene Agenten aufdeckt, dürft ihr weiterraten. Ihr könnt euren Zug aber auch jederzeit freiwillig beenden, um kein unnötiges Risiko einzugehen.
Dank der Plus-Eins-Regel dürft ihr sogar einen Rateversuch mehr machen, als die Ansage des Chefs vorgibt. Das ist perfekt, um alte, noch ungelöste Hinweise nachträglich abzuarbeiten.
Ein falscher Tipp beendet den Zug jedoch sofort. Das passiert unter folgenden Umständen:
Worte aneinanderreihen klingt auf dem Papier vielleicht trocken, entpuppt sich hier aber als echtes Highlight für kluge Köpfe. Wenn du als Agentenchef sitzt, brummt dir förmlich der Schädel.
Du suchst verzweifelt nach dem einen genialen Begriff, der drei völlig absurde Wörter auf dem Tisch verbindet. Wenn dein Team den Code dann tatsächlich knackt, fühlst du dich wie das größte Genie im Raum.
Allerdings schlägt dieses Hochgefühl schnell in Frust um, wenn die Gruppe zielsicher den gegnerischen Agenten aufdeckt. Diese emotionale Achterbahnfahrt erzeugt eine fantastische soziale Eigendynamik am Tisch.
Auf der Verpackung prangen sportliche 15 Minuten Spielzeit. In der Realität können wir darüber nur müde lächeln, denn eine Partie dauert mit Grüblern leicht 30 Minuten.
Genau hier liegt die größte Schwäche des Deduktionsspiels. Die Downtime (Wartezeit) für die Ermittler kann brutal sein, wenn der Chef in eine Schockstarre verfällt und ewig nach dem perfekten Tipp sucht.
Es entsteht oft eine unangenehme Stille, die bei einem echten Partyspiel absolut tödlich für die Stimmung ist. Zwar liegt eine Sanduhr bei, doch der Zeitdruck erzwingt oft nur schlechte Hinweise und tötet die kreative Tiefe.
Wer nach einer Alternative sucht, wird in der Szene zwangsläufig über Decrypto stolpern. Beide Titel fischen im gleichen Teich der cleveren Wortassoziation und Teamdeduktion.
Decrypto zwingt jedoch beide Teams zu ständiger Interaktion und schaltet die elende Wartezeit fast komplett aus. Das Codenames Brettspiel ist dafür deutlich zugänglicher für Neulinge, die noch nicht tief in der Brettspiel-Bubble stecken.
Insgesamt wird dieser Titel von vielen Gruppen extrem gut aufgenommen und bleibt ein Dauerbrenner für größere Runden. Er liefert geniale Momente, solange man die potenziellen Wartezeiten aushält.
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