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Ihr habt soeben das ehrenvolle Amt des Bürgermeisters übernommen. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Posten am Spieltisch. Leider besteht eure neue Stadt zu Beginn lediglich aus einem bescheidenen Weizenfeld und einer kleinen Bäckerei.
Die Bürgerinnen und Bürger haben allerdings große Träume und fordern spannende Bauprojekte. Ein Freizeitpark, ein Bahnhof oder ein moderner Funkturm stehen ganz oben auf der Wunschliste. Mit nur einem einzigen Würfel und etwas Startkapital bewaffnet, machen wir uns an die Arbeit. Wir wollen unsere kleine Ortschaft zu einer prächtigen Metropole ausbauen.
Der Kosmos Verlag hat hier einen echten Dauerbrenner von Autor Masao Suganuma in einer kompakten Schachtel verpackt. Der Titel, der 2015 zum Spiel des Jahres nominiert war, richtet sich an zwei bis vier Personen ab acht Jahren. Die Spieldauer ist mit knackigen 30 Minuten überschaubar. Damit eignet sich das Spiel hervorragend für einen entspannten Feierabend oder einen Spielenachmittag mit den Kindern.
Es bietet eine bemerkenswerte Zugänglichkeit für alle Altersklassen. Selbst Neulinge haben die grundlegenden Mechanismen in wenigen Minuten verinnerlicht. Wir spüren rasch die Motivation, wenn die eigene Stadt wächst und gedeiht. Niemand muss dicke Regelhefte wälzen, um direkt Spaß am Tisch zu haben.
Am Tisch entsteht sofort ein wunderbares Miteinander. Alle blicken gebannt auf den fallenden Würfel. Selbst wenn jemand anderes an der Reihe ist, fiebern wir aktiv mit. Schließlich könnten die eigenen Gebäude in fremden Zügen wertvolles Einkommen generieren.
Diese ständige Involvierung lässt keine Langeweile aufkommen. Das Spiel verzeiht uns auch mal einen taktischen Fehler. Genau diese Leichtigkeit sorgt für eine herrlich entspannte Stimmung über Generationen hinweg.
Du suchst die wichtigsten Regeln auf einen Blick? Hier ist die schnelle Kurzfassung. Das vollständige Regelwerk findest du direkt im verlinkten PDF.
Das Ziel unserer Amtszeit ist klar definiert. Wir müssen als Erstes unsere vier Großprojekte erfolgreich errichten. Dazu gehören Bahnhof, Einkaufszentrum, Freizeitpark und Funkturm. Wer sein viertes Projekt umdreht, beendet die Partie sofort und gewinnt.
Die Vorbereitungen sind in Windeseile abgeschlossen. Jeder Bürgermeister erhält drei Münzen Startkapital aus der Bank. Wir legen unsere beiden Startkarten offen vor uns aus: das Weizenfeld und die Bäckerei.
Oberhalb dieser Karten platzieren wir unsere vier Großprojekte mit der grauen Seite nach oben. Sie werden auf die bunte Seite gedreht, sobald wir sie im Spielverlauf bezahlen. Alle anderen Unternehmenskarten sortieren wir nach ihren 15 Arten. Wir legen sie als offene Auslage für alle gut erreichbar in die Tischmitte.
Wer an der Reihe ist, durchläuft immer dieselben simplen Schritte. Wir bauen hier einen sogenannten Engine Builder auf. Wir kaufen geschickt Karten, die im Laufe der Partie immer mehr Geld abwerfen. Ein Zug besteht aus folgenden Phasen:
Der Clou des Spiels liegt in den Farben der Gebäude. Sie bestimmen, wann wir Münzen kassieren. Man darf mehrere gleiche Karten sammeln, um das Einkommen zu vervielfachen.
Manchmal löst ein Wurf gleichzeitig Schulden und Einkommen aus. Hier gibt es eine strikte Reihenfolge. Zuerst müssen alle Zahlungen an Mitspieler gegen den Uhrzeigersinn beglichen werden.
Erst danach darf man das eigene Einkommen aus der Bank nehmen. Hat man nicht genug Geld für alle roten Karten der Mitspieler, gibt man seinen kompletten Vorrat ab. Der restliche Schuldbetrag verfällt.
Dieser clevere Städtebau überzeugt durch seine angenehme Leichtigkeit. Es dauert nur wenige Minuten, bis die ganze Familie das Konzept verstanden hat. Die Verzahnung von Würfelglück und dem langsamen Aufbau der Wirtschaftskraft fühlt sich belohnend an. Besonders schön ist das ständige Mitfiebern außerhalb des eigenen Zuges.
Natürlich müssen wir ehrlich sein: Das Spiel kann stellenweise chaotisch werden. Wenn die Würfel nicht die Zahlen zeigen, auf die man seine Stadt optimiert hat, entsteht leichter Frust. Dennoch ist die Spieldauer so kompakt, dass man meist direkt eine Revanche fordert.
Wir haben hier ein hervorragendes Familienspiel auf dem Tisch. Es bringt Kinder und Großeltern mühelos zusammen. Die roten Karten bringen eine gute Portion Interaktion ins Spiel, da man sich gegenseitig Münzen abknöpft. Das sorgt für lustige Sticheleien.
In Vollbesetzung entfaltet der Titel sein absolutes Potenzial, da die Wahrscheinlichkeit steigt, in fremden Zügen abzukassieren. Für strategische Hardcore-Spieler ist der Glücksfaktor sicherlich zu hoch. Wer jedoch einen entspannten Absacker sucht, liegt hier goldrichtig.
Nach einigen Partien kristallisiert sich oft eine Standardtaktik heraus. Wir empfehlen euch daher die beiliegende Variante Komme, was wolle. Hierbei liegen nicht alle Karten von Beginn an aus. Stattdessen zieht ihr zufällig zehn Gebäude vom Stapel in die Mitte.
Das zwingt uns dazu, gewohnte Wege zu verlassen und taktisch auf den Markt zu reagieren. Wer davon nicht genug bekommt, kann das Grundspiel später problemlos mit der Großstadt-Erweiterung ausbauen. Insgesamt präsentiert Kosmos hier einen modernen Klassiker, der uns mit einem tollen Fortschrittsgefühl belohnt.
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