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Brettarium Review

Noch mal! Deluxe: Würfeln, Ankreuzen und Tüfteln in der Deluxe-Ausgabe

Amazon 4.7/5 (193)
1–4 Spieler20 Minab 8 J.

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Noch mal! Deluxe

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Hinweis: Antworten basieren auf der hinterlegten Anleitung und ersetzen nicht die offizielle Regelquelle des Verlags.

Noch mal Deluxe: Was steckt in der aufgewerteten Würfel-Edition?

Thema und Atmosphäre am Tisch

Bei Noch mal! Deluxe tauchen wir nicht in eine epische Fantasywelt ein, sondern in die wunderbar pure Freude am Würfeln und Ankreuzen. Das Spielgefühl erinnert an klassische Roll-and-Write-Abende, bei denen jeder Wurf neue Möglichkeiten eröffnet.

Sechs Würfel poltern durch den neuen Würfelturm, der direkt in die Spielbox integriert ist. Dieses kleine Detail sorgt am Tisch sofort für ein zufriedenes Kribbeln, weil jeder Wurf hörbar und sichtbar inszeniert wird.

Was die Deluxe-Version aus der bekannten kleinen Feinen Reihe heraushebt, ist die spürbar wertigere Ausstattung. Abwischbare Tableaus ersetzen die Papierblöcke, und die Symbole wurden grafisch klarer voneinander abgesetzt.

Welche Ausgabe ist gemeint?

Wir sprechen hier ganz konkret von Noch mal! Deluxe aus dem Jahr 2023 von Schmidt Spiele, gestaltet von Inka und Markus Brand. Es ist ein eigenständiges Spiel, das die bekannte Grundidee aufgreift und mit Deluxe-Komponenten sowie einer brandneuen kooperativen Variante deutlich erweitert.

Wer das ursprüngliche Noch mal! kennt, findet hier dieselbe vertraute DNA wieder, bekommt aber zusätzliche Spielmodi und nachhaltigeres Material. Wer neu einsteigt, hält direkt die schönste Fassung in den Händen.

Für wen ist das Spiel gemacht?

Mit einer angegebenen Spielzeit von rund 20 Minuten und einer Spannweite von 1 bis 4 Personen ab 8 Jahren ist das Spiel ein klassischer Kandidat für den Feierabend. Es passt genauso in eine kurze Pause wie an einen entspannten Familienabend, an dem Generationen am Tisch sitzen.

Die Einstiegshürde ist denkbar niedrig, und gleichzeitig steckt genug Tüftelei drin, um auch erfahrenere Köpfe zu fesseln. Ein echtes Spiel für alle, die schnelle Entscheidungen lieben, aber nicht auf taktische Tiefe verzichten möchten.

Was macht die Deluxe-Variante besonders?

Drei Dinge stechen sofort heraus: der eingebaute Würfelturm in der Box, die abwischbaren Tableaus und die neue kooperative Variante mit fünf Missionen. Damit verwandelt sich ein bewährtes Würfelspiel in ein kleines Paket mit viel Wiederspielwert.

Spannend ist gerade die kooperative Seite, die das Spiel thematisch dichter und herausfordernder macht. Hier wird aus dem Solo-Tüfteln plötzlich ein gemeinsames Knobeln gegen die Spielzüge-Uhr.

Noch mal Deluxe Regeln: So spielt ihr die Deluxe-Variante

Regeln als PDF herunterladen

Das Spielziel

Ziel ist es, möglichst geschickt Kästchen auf dem eigenen Tableau anzukreuzen, um Spalten und Farbgruppen komplett zu füllen. Wer zuerst zwei Farbgruppen vollständig abgekreuzt hat, löst das Spielende aus.

Punkte gibt es für volle Spalten und für komplettierte Farbbereiche. Am Ende gewinnt, wer die meisten Punkte auf seinem Bogen gesammelt hat.

Aufbau und Material

Der Aufbau ist in wenigen Sekunden erledigt, und genau das macht den Reiz aus. Jeder bekommt sein eigenes Material, der Rest landet in der Tischmitte.

  • Spieler-Tableau: Jede Person erhält ein abwischbares Tableau mit dem farbigen Raster und einen Stift.
  • Würfel: Drei Farbwürfel und drei Zahlenwürfel kommen gemeinsam zum Einsatz.
  • Würfelturm: Der in die Box integrierte Turm wird aufgebaut und in der Tischmitte platziert.
  • Startspalte H: Hier beginnt jeder seine Kreuze, von dort breitet sich alles Weitere aus.

Ablauf eines Zuges

Eine Runde läuft immer nach demselben einfachen Prinzip ab und ist schnell verinnerlicht. Spannend wird es durch die Auswahl, die alle gleichzeitig betrifft.

  1. Würfeln: Der aktive Spieler wirft alle sechs Würfel durch den Turm.
  2. Aktive Auswahl: Er kombiniert einen Farb- und einen Zahlenwürfel und kreuzt entsprechend Kästchen in der gewählten Farbe an.
  3. Passive Auswahl: Alle Mitspielenden wählen aus den vier verbleibenden Würfeln ebenfalls eine Farb-Zahl-Kombination.
  4. Ankreuzen: Die Kreuze müssen immer an bereits markierte Felder angrenzen, ausgehend von der Startspalte H.

Joker, Ausrufezeichen und Sonderfälle

Die Joker-Felder mit Ausrufezeichen sind das Salz in der Suppe. Wer eines abkreuzt, darf bei späteren Würfen entweder eine Farbe oder eine Zahl frei wählen, allerdings ist die Anzahl begrenzt.

Kann oder will jemand keine gültige Kombination eintragen, wird stattdessen ein Fehlwurf-Feld abgekreuzt. Auch dieses Element gehört zur taktischen Planung dazu, denn manchmal lohnt es sich, einen Zug bewusst auszulassen.

Spielende und Wertung

Sobald jemand zwei Farbgruppen komplett abgekreuzt hat, läuft die aktuelle Runde noch zu Ende. Danach werden alle Punkte aus vollen Spalten und Farbgruppen zusammengezählt.

Wer den höchsten Punktwert vorweisen kann, gewinnt die Partie. Bei Gleichstand teilen sich die führenden Personen den Sieg, womit das Spiel auch hier angenehm unkompliziert bleibt.

Die kooperative Variante mit Missionen

Für die kooperative Variante drehen alle ihr Tableau um und einigen sich auf eine von fünf Missionen, die von leicht bis knifflig sortiert sind. Gemeinsam habt ihr 27 Spielzüge Zeit, das gewählte Ziel zu erfüllen.

  • Mission 1: Drei Farben gemeinsam komplett abkreuzen.
  • Mission 2: Drei bis sechs Reihen vollständig füllen, je nach Spieleranzahl.
  • Mission 3: Alle Sterne in den Spalten mindestens einmal abkreuzen und zwei Farbboni vollenden.
  • Mission 4: Alle eingekreisten Zahlenfelder erreichen und zusätzlich drei vollständige Reihen abkreuzen.
  • Mission 5: Eine Farbe komplett füllen und dabei in den Spalten das Wort N-O-C-H-M-A-L bilden.

Zusätzlich gibt es harte Zwischenziele nach dem 10., 19. und 27. Spielzug, bei denen ihr bestimmte Punktzahlen erreichen müsst. Verfehlt ihr die Marke, müsst ihr Joker streichen, einen Würfel aufgeben oder Fehlwurf-Felder ankreuzen.

Kreuzt eine Person ihr drittes Fehlwurf-Feld an, ist die kooperative Partie für alle verloren. Genau diese Eskalationsspirale macht den Modus so reizvoll und sorgt für echte Anspannung am Tisch.

Unser Fazit: Lohnt sich Noch mal! Deluxe wirklich?

Spielgefühl und Mechanik

Das Schöne an Noch mal! Deluxe ist, wie schnell wir mitten drin sind. Nach einer einzigen Erklärrunde sitzt der Ablauf, und ab da bestimmt die Frage „Welche Kombination wähle ich, und welche nehme ich den anderen damit weg?“ den ganzen Abend.

Genau hier zeigt sich der Charme des Designs von Inka und Markus Brand: Es ist herrlich frustfrei, weil jeder gleichzeitig agiert, aber niemals belanglos. Wir spüren echten Druck, wenn die Würfel im Turm fallen und plötzlich genau die Farbe fehlt, die wir für unsere blaue Spalte gebraucht hätten.

Mit einem average_weight von 1,0 ist das Spiel auf dem Papier ein absolutes Leichtgewicht, in der Praxis fühlt es sich aber kniffliger an. Die taktische Dichte entsteht nicht aus komplexen Regeln, sondern aus den vielen kleinen Entscheidungen pro Wurf.

Realitätsabgleich: Alter, Dauer und Komplexität

Auf der Schachtel steht ab 8 Jahren, und das passt für uns ziemlich genau. Kinder, die mit Zahlen, Spalten und ein bisschen Planung umgehen können, sind hier richtig aufgehoben, jüngere Kinder eher überfordert.

Die angegebenen 20 Minuten halten wir am Tisch tatsächlich ein, oft sind wir sogar schneller fertig. Damit ist Noch mal Deluxe eines der wenigen Spiele, bei denen die Zeitangabe ehrlich gemeint ist.

Die kooperative Variante als Herzstück

Die fünf Missionen sind kein Beiwerk, sondern der eigentliche Mehrwert dieser Edition. Besonders Mission 5, bei der wir gemeinsam das Wort NOCHMAL in der richtigen Reihenfolge bilden müssen, sorgt für richtig viel Kribbeln am Tisch.

Die Eskalation nach 10, 19 und 27 Spielzügen mit verlorenen Jokern, weggegebenen Würfeln und Fehlwurf-Feldern erzeugt eine spürbare Bedrohung. Wer kooperative Roll-and-Writes mag, bekommt hier einen erstaunlich dichten Modus für ein eigentlich so schlankes Spiel.

Für wen lohnt sich der Kauf?

Für Familien mit Kindern ab acht ist die Deluxe-Ausgabe ein belohnender Dauerläufer im Regal. Die abwischbaren Tableaus sparen Papierblöcke, und der Würfelturm in der Box macht den Aufbau zu einem kleinen Ritual.

Wer das normale Noch mal! bereits liebt, kauft hier vor allem die kooperative Variante und die wertigere Ausstattung mit. Wer noch gar keine Version besitzt, greift unserer Meinung nach direkt zur Deluxe-Edition.

Kurzvergleich: Wie schlägt es sich neben Noch mal! Kids?

Im Vergleich zum eigenständigen Ableger Noch mal! Kids richtet sich die Deluxe-Ausgabe klar an ältere Kinder und Erwachsene. Kids ist deutlich einsteigerfreundlicher und auf jüngere Spielerinnen und Spieler zugeschnitten, während Deluxe mit Spalten, Farbgruppen und Missionen mehr taktische Tiefe und längere Spielfreude bietet.

Insgesamt wird das Spiel in der breiten Spielergemeinde sehr positiv aufgenommen, und das deckt sich mit unserem Eindruck am Tisch. Es ist kein lautes Highlight-Spiel, aber ein verlässlicher Begleiter, den wir immer wieder hervorholen.

Stärken

  • Sofort startklar: Die Regeln sind in zwei bis drei Minuten erklärt, und schon ab der ersten Runde fühlt sich der Spielfluss richtig an.
  • Würfelturm in der Box: Die Integration in den Schachtelboden ist clever, spart Platz und sorgt für hörbares Spielgefühl.
  • Abwischbare Tableaus: Nachhaltiger als Papierblöcke und ein echter Pluspunkt für Vielspielerfamilien.
  • Kooperative Variante mit fünf Missionen: Bietet einen ganz neuen Spielmodus mit echter Anspannung durch Zwischenziele.
  • Solo-tauglich: Sowohl die klassische Solo-Variante als auch die Solo-Missionen funktionieren am Küchentisch hervorragend.
  • Hoher Wiederspielwert: Verschiedene Modi, Missionen und die Würfelvielfalt sorgen für lange Haltbarkeit im Regal.

Schwächen

  • Thematisch nüchtern: Wer eine erzählerische Welt sucht, wird vom abstrakten Ankreuz-Konzept nicht emotional abgeholt.
  • Wenig direkte Interaktion: Außer dem Wegschnappen guter Würfelkombinationen passiert zwischen den Spielenden nicht viel.
  • Empfohlenes Alter: Acht Jahre passen, jüngere Kinder verlieren aufgrund der Spaltenplanung schnell den Faden.
  • Preis im Vergleich zum Original: Wer das normale Noch mal! schon besitzt, zahlt vor allem für Würfelturm, Tableaus und die kooperative Variante drauf.

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