Zenith, Kennerspiel, Brettspiel, 2 oder 4 Spieler, ab 10+ Jahren, 30 Minuten, Deutsch
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Zenith Spiel: Test & Regeln im Überblick

2 –
4 Spieler
12+ Jahre
35+ Minuten
31,17 EUR

inkl. MwSt. zzgl. Versand

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Zenith: Worum geht es im Sci-Fi-Kartenduell von PlayPunk?

Thema und Atmosphäre

In einer fernen Zukunft teilen sich drei Völker das Sonnensystem: Menschen, Roboter und die tierähnlichen Animods. Der saubere Energieträger Zenithium hält ihre Zivilisation am Laufen, doch der politischen Bevölkerung fehlt eine klare Struktur.

Genau hier setzen wir an. Wir schlüpfen in die Rolle einflussreicher Strippenzieher, die mit Diplomatie, Technologie und einem cleveren Händchen für Allianzen die Kontrolle über fünf Planeten an sich reißen wollen.

Die thematische Klammer ist dabei eher elegant als erzählerisch dicht. Es geht weniger um epische Weltraumschlachten, sondern um ein feines Tauziehen zwischen zwei Parteien, das sich um Merkur, Venus, Erde, Mars und Jupiter dreht.

Eckdaten und Edition

Wir sprechen hier vom Zenith Spiel als Grundspiel aus dem Hause PlayPunk, erschienen 2025 und gestaltet von den Autoren Grégory Grard und Mathieu Roussel. Die Schachtel gibt eine Spielzeit von rund 30 Minuten an und richtet sich offiziell an zwei oder vier Personen, wobei die Viererpartie als Teamspiel zwei gegen zwei ausgetragen wird.

Auf der Box steht eine Altersempfehlung ab 10 Jahren. Wir aus der Redaktion sehen das Spiel mit seiner taktischen Tiefe und der hohen Karteninteraktion eher ab etwa 12 Jahren, gerade wenn ihr es ernsthaft duellieren wollt.

Für wen ist das Zenith Brettspiel gemacht?

Zenith zielt klar auf das Kennerspiel-Segment, ohne dabei abschreckend kompliziert zu wirken. Wir reden hier von einem Einstieg, der sich nach einer Erklärrunde schnell verinnerlichen lässt, dahinter aber eine erstaunlich knackige Entscheidungsebene öffnet.

Wer bisher hauptsächlich Familienspiele kennt und Lust auf den nächsten Schritt hat, findet hier ein zugängliches Duell mit echtem Wiederspielwert. Auch erfahrene Vielspielerinnen und Vielspieler, die ein kompaktes Zweipersonenspiel für den Feierabend suchen, kommen voll auf ihre Kosten.

Was macht den Reiz aus?

Das Herzstück ist die hohe Varianz der 90 Diplomatenkarten und ein doppelseitiges, modulares Technologietableau, das jede Partie spürbar anders wirken lässt. Dazu kommt ein wirklich hochwertiges Material, das in vielen Stimmen zur Veröffentlichung sehr positiv aufgenommen wird.

Die Einflussscheiben und Zenithium-Marker bestehen aus dem RE-Wood-Verfahren und fühlen sich auf dem Tisch ungewöhnlich wertig an. Insgesamt wird das Spiel von vielen Spielerinnen und Spielern sehr begeistert aufgenommen und schaffte es nicht ohne Grund auf die Empfehlungsliste für das Kennerspiel des Jahres.

Zenith Regeln und Spielablauf einfach erklärt

Du suchst die wichtigsten Regeln auf einen Blick? Hier ist die schnelle Kurzfassung. Das vollständige Regelwerk findest du direkt im verlinkten PDF.

Das Spielziel

Bei Zenith kämpfen zwei Parteien um den Einfluss auf fünf Planeten, dargestellt durch farbige Scheiben. Die Partie endet sofort, sobald eine Partei eine von drei Siegbedingungen erfüllt.

  • Souveräner Sieg: Du besitzt 3 Einflussscheiben desselben Planeten.
  • Quotensieg: Du besitzt je 1 Einflussscheibe von 4 verschiedenen Planeten.
  • Sieg der Basis: Du besitzt insgesamt 5 Einflussscheiben, egal von welchen Planeten.

Aufbau und Material

Das Planetentableau liegt zwischen den beiden Parteien, die sich gegenüber sitzen. Auf jedes der fünf Planetenfelder in der Mitte kommt eine Einflussscheibe in passender Farbe, das dreiteilige Technologietableau wird seitlich angelegt.

Pro Person erhältst du folgende Startausstattung:

  • 12 Kredite als Startkapital
  • 1 Zenithium als Energie für Technologien
  • 4 Diplomatenkarten auf die Hand
  • 1 Spielhilfe, die unter anderem bestimmt, wer beginnt

Zusätzlich liegen je ein zufälliger Bonusmarker auf den drei Feldern des Technologietableaus und den fünf Feldern des Planetentableaus. Die andere Partei, die nicht beginnt, erhält zum Ausgleich 1 Einfluss auf der Erde und verschiebt die entsprechende Scheibe um ein Feld in ihre Richtung.

Ablauf eines Zuges

Ihr seid abwechselnd am Zug, bis eine Partei eine Siegbedingung erreicht. Ein Zug besteht immer aus zwei Schritten: einer Aktion und dem Zugende.

Zu Beginn spielst du eine Karte aus deiner Hand und wählst damit genau eine der folgenden drei Aktionen:

  1. Einen Diplomaten anwerben: Lege die Karte an deine Seite des farblich passenden Planeten. Bezahle die Kosten in Krediten, wobei jede bereits dort liegende Karte den Preis um 1 reduziert (mindestens 0). Wende dann alle Effekte von links nach rechts an, beginnend mit dem garantierten Einflusspunkt am passenden Planeten.
  2. Eine Technologie entwickeln: Wirf eine Karte des gewünschten Volkes ab (Mensch, Roboter oder Animod), zahle 1 bis 5 Zenithium und rücke den Technologiemarker eine Stufe vor. Stufen dürfen nie übersprungen werden. Wende anschließend die Effekte von oben nach unten an.
  3. Das Privileg-Abzeichen nehmen: Wirf eine Karte ab und erhalte je nach Volk einen Effekt. Roboter bringen 1 Zenithium, Menschen 3 Kredite, Animods das Mobilisieren von 2 Diplomaten. Zusätzlich nimmst du das Abzeichen.

Danach beendest du deinen Zug, indem du deine Hand auf das aktuelle Limit auffüllst (normal 4, mit silbernem Privileg 5, mit goldenem 6). Fehlen Einflussscheiben auf dem Planetentableau, legst du sie aufs Mittelfeld nach.

Einflusssystem und Bonusmarker

Jede der fünf Einflussskalen hat neun Felder: ein Mittelfeld, je drei Felder zu beiden Seiten und einen Kontrollbereich an jedem Rand. Für jeden Einflusspunkt verschiebst du die zugehörige Scheibe um ein Feld in Richtung deines Kontrollbereichs.

Erreicht eine Scheibe deinen Kontrollbereich, gehört sie dir und zählt für die Siegbedingungen. Überschüssiger Einfluss, der über den Kontrollbereich hinausführen würde, verfällt einfach.

Wer die erste Scheibe eines Planeten gewinnt, kassiert zusätzlich dessen Bonusmarker, wendet ihn sofort an und legt ihn ab. Am Ende des Zuges kommt eine neue Scheibe aufs Mittelfeld, aber kein neuer Bonusmarker.

Diplomaten verschieben und Sondereffekte

Viele Karten lösen besondere Effekte aus, die das Kartenspiel auf den Tableaus dynamisch machen:

  • Mobilisieren: Ziehe die oberste Karte vom Stapel und lege sie an den passenden Planeten, ohne ihre Effekte auszulösen.
  • Verbannen: Wirf die oberste Karte einer Kartenreihe ab, je nach Symbol von eigener oder fremder Seite.
  • Seite wechseln: Nimm die oberste Karte einer fremden Reihe und lege sie auf deiner Seite an, ebenfalls ohne ihre Effekte auszulösen.

Wichtig: Diese Effekte betreffen immer nur die oberste, also zuletzt angelegte Karte. Verdeckte Karten darunter sind grundsätzlich tabu.

Technologie und Stufenprämien

Auf dem Technologietableau steigst du für jedes der drei Völker separat auf. Wer eine Technologiestufe 2 zuerst erreicht, kassiert den zugehörigen Bonusmarker zusätzlich zum Stufeneffekt.

Haben alle drei deiner Völker dieselbe Mindeststufe erreicht, gibt es eine Stufenprämie als zusätzlichen Einfluss auf einen Planeten deiner Wahl: 1 Einfluss bei Stufe 1, 2 Einfluss bei Stufe 2 und 3 Einfluss bei Stufe 3.

Spielende und Sonderfälle

Die Partie endet sofort, sobald eine Partei eine der drei Siegbedingungen erfüllt. Es gibt keine Schlusswertung, der Sieg passiert unmittelbar im Moment des Auslösens.

Aus der Anleitung sind zusätzlich ein paar Detailfragen klar geregelt:

  • Ist der Diplomatenstapel leer, wird der Ablagestapel gemischt und neu ausgelegt.
  • Bonusmarker auf den Tableaus werden nie nachgelegt.
  • Karten an den Planeten werden nicht abgeworfen, wenn du eine Scheibe gewinnst, sie verschwinden nur durch Effekte.
  • Überschüssiger Einfluss nach Gewinn einer Scheibe verfällt, eine frisch nachgelegte Scheibe lässt sich nicht im selben Zug weiterschieben.
  • Auch während deines Zuges kann die andere Partei eine Scheibe gewinnen und sogar den Bonusmarker kassieren.

Variante zu viert im Team

Zu viert spielt ihr zwei gegen zwei, und das Statustableau wird auf die entsprechende Seite gedreht. Kredite und Zenithium sind gemeinsamer Besitz jedes Teams, jedes Mitglied hat aber seine eigene Kartenhand.

Beim Anwerben gilt eine räumliche Aufteilung: Wer am Technologietableau sitzt, wirbt nur auf Merkur, Venus und Terra an, der Partner gegenüber auf Terra, Mars und Jupiter. Beim Privileg-Abzeichen darf zusätzlich bis zu 2 Handkarten an den Partner weitergegeben werden.

Zenith Review: Unser Fazit zum taktischen Duell-Hit

Spielgefühl und Mechanik

Zenith fühlt sich am Tisch wie ein elegantes Tauziehen an, bei dem jede Karte zählt und jeder Zug Konsequenzen hat. Das Schöne ist, dass die Aktionen schnell verinnerlicht sind, aber die Entscheidungen erstaunlich tief gehen.

Wir wägen ständig ab, ob wir eine teure Karte direkt ausspielen, lieber zwei günstigere stapeln oder per Technologiestufe auf später spielen. Besonders der Rabatt-Effekt, bei dem jede vorhandene Karte am Planeten die nächste Karte gleicher Farbe billiger macht, sorgt für ein wunderbares Engine-Gefühl, also einen schrittweisen Aufbau, der unsere Züge immer mächtiger werden lässt.

Mit einer Komplexität, die ungefähr bei 2,4 von 5 liegt, ist das Spiel an manchen Stellen herrlich „crunchy“, das bedeutet, die Mechaniken verzahnen sich so eng, dass wir richtig tief in die Planung eintauchen können. Trotzdem läuft eine Partie selten länger als 30 bis 45 Minuten, weil das Spiel keine ausgespielten Wertungsphasen kennt und der Sieg jederzeit sofort eintritt.

Realitätsabgleich der Eckdaten

Auf der Schachtel steht ab 10 Jahren, und das hat aus Redaktionssicht eine wichtige Einschränkung. Für die reine Mechanik mag das hinkommen, aber das taktische Vorausplanen, das Bluffen über Handkarten und das Reagieren auf die gegnerische Strategie erfordern ein gutes Stück Abstraktionsvermögen.

Wir empfehlen das Spiel eher ab etwa 12 Jahren, wenn es ernsthaft duelliert wird. Mit jüngeren Spielenden kann es als familiäres Einstiegsduell funktionieren, dann aber eher entspannt mit der empfohlenen Starthilfe für Anfänger.

Die angegebenen 30 Minuten Spielzeit kommen in der Praxis hin, sobald beide Seiten die Karten kennen. Eure erste Partie wird realistisch eher 45 Minuten dauern, was für ein Duellspiel dieser Klasse aber völlig im Rahmen liegt.

Für wen lohnt sich Zenith?

Zenith ist ein Volltreffer für alle, die regelmäßig zu zweit spielen und ein kompaktes, taktisch dichtes Erlebnis suchen. Wer bisher Familienspiele wie kleine Kartenduelle „durchgespielt“ hat und den nächsten belohnenden Schritt sucht, findet hier den perfekten Brückenkopf ins Kennerspiel.

Auch Paare und Stammrunden, die einen festen Zweipersonen-Titel für den Feierabend etablieren wollen, sollten zugreifen. Insgesamt wird Zenith von vielen Spielerinnen und Spielern sehr begeistert aufgenommen, und das deckt sich mit unserer Erfahrung am Tisch.

Ist Zenith wirklich für jedermann?

Bei aller Begeisterung gibt es zwei Punkte, die wir ehrlich ansprechen müssen. Erstens ist das Thema nicht besonders dicht: Wir schieben thematisch zwar Planeten und werben Diplomaten an, am Tisch fühlt es sich aber eher wie ein abstraktes Kartenspiel mit Sci-Fi-Anstrich an.

Zweitens kann es passieren, dass zwei gleich starke Parteien sich gegenseitig die Planetenscheiben so lange hin und her schieben, dass sich eine Partie spürbar zieht. Das Spiel verzeiht uns auch mal einen taktischen Fehler, aber wirklich entschieden wird oft erst durch eine clevere Verbannung oder einen unerwarteten Seitenwechsel einer Karte.

Stärken

  • Hervorragender Wiederspielwert durch 90 Diplomatenkarten und ein doppelseitiges, modulares Technologietableau mit unterschiedlichen Volk-Kombinationen.
  • Dichte taktische Entscheidungen: Karten stapeln für Rabatt, Technologien aufbauen oder das Privileg-Abzeichen für ein höheres Handkartenlimit von bis zu 6 Karten holen.
  • Sehr hochwertige Komponenten, darunter Einflussscheiben und Zenithium-Marker aus RE-Wood mit klarer Symbolik für Farbschwache.
  • Kompakte Spielzeit von rund 30 Minuten, mit drei verschiedenen Siegbedingungen, die unterschiedliche Strategien belohnen.
  • Funktioniert sowohl als reines Duell zu zweit als auch im Teammodus zwei gegen zwei mit interessanter Kommunikationsregel.

Schwächen

  • Das Sci-Fi-Setting bleibt blass und trägt die abstrakten Mechaniken eher dekorativ als atmosphärisch.
  • Bei zwei gleich starken Parteien kann das Tauziehen um die Einflussscheiben in eine zähe Pattphase kippen.
  • Spürbarer Glücksanteil beim Kartennachziehen, der trotz Mulligan-Regel zu Beginn manchmal Strategien verzögert.
  • Die Kredit-Münzen aus Pappe wirken im Vergleich zum sonst exzellenten Material eine Spur weniger wertig.
  • Die Altersangabe ab 10 Jahren ist für unsere Einschätzung zu optimistisch, das volle Potenzial entfaltet sich erst ab etwa 12.
Alexander Rohleder
Als Familienvater bin ich unser Experte für Kinder-, Familien- und Kennerspiele. Mein Fokus liegt auf frustfreien Regeln, tollem Material und Spielen, die alle Generationen unkompliziert an den Tisch bringen.

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